Branchen ausgewertet Welche Aktien bei steigenden Zinsen am besten laufen

Zumindest in den USA ziehen die Zinsen am langen Ende wieder an. Ein bisschen. Und angeblich laufen niedrig verschuldete Branchen dann am besten. Weil ihre Zinskosten am wenigsten anziehen, ganz klar. Wirklich? Sven Lehmann, Fondsmanager des HQT Global Quality Dividend (ISIN: LU1499563440), hat nachgerechnet.

Für seine Analyse ermittelt er, wie 20 Datastream-Branchenindizes in zwölf Phasen mit steigenden Zinsen (elf abgeschlossene und die aktuelle) im Vergleich zum globalen Aktienindex abschnitten. Das umfasst den Zeitraum von 1984 bis heute.

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Das Ergebnis zeigt die Grafik. Außerdem gibt es hier einige Erkenntnisse:

  • Technologieaktien schnitten bei steigenden Zinsen am besten ab. Das durchschnittliche Plus von 19,2 Prozent wird zwar von der Dotcom-Blase stark beeinflusst, aber die Branche stieg in 10 von 12 Phasen stärker als der Index.
  • Zyklische Branchen liefen tendenziell besser als der Gesamtmarkt: Autohersteller, Industrieunternehmen und Rohstofferzeuger.
  • Defensive Branchen wie Versorger, Nahrungsmittel und Gesundheit schnitten meist schlechter ab als der Index: Bei den Versorgern traf das auf 11 von 12 Phasen zu.
  • Bei den Banken ist das Ergebnis weniger klar: Es gab jeweils sechs Phasen, in denen sie besser und schlechter liefen als der Markt.
  • Die These, dass Branchen mit hohen Nettoschulden schlechter laufen als welche mit niedrigen, lässt sich nicht belegen: Die drei am wenigsten verschuldeten Branchen sind Technologie (Platz 1), Finanzdienstleistungen (Platz 10) und Konsumprodukte (Platz 17).
  • In der aktuellen Phase laufen Autobauer, Bautitel und die Reisebranche am stärksten.
  • Am Ende der Rangliste stehen die defensiven Branchen Nahrung, Konsumprodukte und Einzelhandel.

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