Wie weit noch bis zum Höchststand? Welche Branchen noch die meiste Luft haben

In den vergangenen Jahren sind Aktien hervorragend gelaufen, gar keine Frage. Und die Indizes haben neue Höchststände erklommen, was auch nicht ganz unbekannt sein dürfte. Ist also alles auf Anschlag? Oder gibt es noch Branchen, die keine neuen Hochs aufgestellt haben? Das wollte Fondsmanager und Wirtschaftsmathematiker Sven Lehmann herausfinden und hat deshalb nachgerechnet.

Für seine Analyse ermittelte er zunächst, wie weit der marktbreite MSCI ACWI (enthält die größten Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern) und die Aktienindizes der wichtigsten Regionen und Branchen von ihrem Allzeithoch entfernt sind. Im zweiten Schritt untersuchte er die Einzelaktien aus diesen Indizes: Wie weit sind sie von ihren Höchstständen entfernt?

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Und hier sind seine Erkenntnisse im Überblick:

  • Obwohl sich der MSCI ACWI auf seinem Allzeithoch befindet, gibt es bei den Einzeltiteln viele, die weit davon entfernt sind. Mehr als 40 Prozent der Aktien trennen mehr als 20 Prozent von ihrem Höchstkurs. Bei 11 Prozent davon sind es sogar mehr als 50 Prozent.
  • Bei den großen Anlageregionen stehen nur die Schwellenländer aktuell nicht auf dem Top. Brasilien etwa liegt 30 Prozent unter seinem Höchststand, bei China sind es 16 Prozent. Nur Indien notiert am Allzeithoch.
  • Auffällig ist der Unterschied bei Titeln, die auf oder nahe am Allzeithoch notieren: In Nordamerika sind rund 60 Prozent der Aktien weniger als 10 Prozent davon entfernt. In der Pazifikregion trifft das nicht einmal auf 30 Prozent zu.
  • Bei den Branchenindizes fällt vor allem Energie ins Auge, deren Werte noch gut 15 Prozent Luft zum Höchststand haben. Hier ist auch der Anteil jener Aktien mit mehr als 50 Prozent Platz bis zum Allzeithoch mit knapp jeder fünften Aktie am höchsten.
  • Die Immobilienbranche hat mit rund 10 Prozent den mit Abstand höchsten Anteil an Einzelaktien auf Höchstkurs. Aber auch hier notiert fast die Hälfte der Titel mehr als 20 Prozent davon entfernt.

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