ETFs gelten als kostengünstige Lösung für die Geldanlage – doch auch hier fallen Gebühren an, die die Rendite über die Jahre spürbar schmälern können. Neben den laufenden Kosten (TERs) sind das Ordergebühren beim Kauf und Verkauf sowie Spreads, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Schon ein Unterschied von einem Prozentpunkt bei den jährlichen Kosten kann bei einer Investition von 10.000 Euro über zehn Jahre mehrere Tausend Euro Renditeunterschied ausmachen. Hier sind die wichtigsten Fragen und Antoworten zu den Kosten von ETFs. 

Welche Kosten fallen bei ETFs an?

Fonds-Anleger kennen die Vertriebsprovision in Höhe von rund 4 Prozent von klassischen Publikumsfonds. Der sogenannte Ausgabeaufschlag entfällt bei ETFs in der Regel, da sie direkt an der Börse gehandelt werden und kein Vermögensberater zwischengeschaltet ist. Dafür sollten Anleger bei ETFs laufende Kosten (TERs), Spreads und Ordergebühren beachten. 

Was versteckt sich hinter laufenden Kosten (TERs)?

Die laufenden Kosten eines Fonds fallen jährlich an und sind damit der wichtigste Kostenaspekt eines ETFs. Fondsanbieter fassen sie in der Total Expense Ratio (Gesamtkostenquote, kurz: TER) zusammen. Die TER beinhaltet beispielsweise die Managementgebühr, Kosten für die Depotbank, Wirtschaftsprüfer, Anwälte sowie die Erstellung des Jahresberichts. Die jährlich anfallenden laufenden Kosten werden für jeden Fonds auch in unserer Fonds-Analyse genannt.

Die in der TER enthaltene Managementgebühr, oft auch Verwaltungsvergütung genannt, wird manchmal auch einzeln aufgeführt. Sie wird in Prozentpunkten auf Jahressicht angegeben und liegt je nach Art des Fonds in der Regel zwischen 0 und 0,7 Prozent. Die Verwaltungsvergütung wird anteilig und ratierlich direkt aus dem Fondsvolumen entnommen. Auf diese Weise beeinträchtigt sie die Wertentwicklung des Investmentfonds.

Zur besseren Vergleichbarkeit wird deshalb meist die Netto-Wertentwicklung eines Fonds angegeben, bei der die Verwaltungsvergütung bereits abgezogen ist. Das gilt auch für unsere Fonds-Analyse.

Wie wirken sich Kostenunterschiede bei ETFs auf die Rendite aus?

Bei einer Investition von 10.000 Euro in einen thesaurierenden Fonds mit jährlichen Gebühren von 1 Prozent und einer durchschnittlichen Rendite von 7 Prozent pro Jahr würde das Vermögen im Laufe von zehn Jahren um 7.900 Euro wachsen. Bei jährlichen Kosten von 2 Prozent beträgt der Vermögenszuwachs im gleichen Zeitraum dagegen nur knapp 6.300 Euro – ein Unterschied von 1.600 Euro.

Wie entstehen Spreads?

Beim Kauf von ETFs an der Börse entstehen für Anleger auch einmalige Kosten in Form von Spreads. Der Spread ist die Differenz von Kauf- und Verkaufspreis. Große ETFs haben in der Regel eine höhere Handelsaktivität. Im Vergleich zu kleineren ETFs besitzen dann mehr Geldinstitute ETF-Anteile als sogenannte Market-Maker. Das führt zu engeren Geld-Brief-Spannen (Spreads) – also geringeren Kosten beim Kauf und Verkauf. Muss der Market Maker eine größere Summe ETF-Anteile beschaffen, wird es teurer.

Der Spread steigt zudem, wenn ETF-Anteile gekauft werden, während die Börse geschlossen ist. Die Xetra-Kernzeit, Europas größte ETF-Börse, reicht von 9:00 bis 17:30 Uhr. Gegen 11 Uhr deutscher Zeit kann der Spread bei einem amerikanischen Index durchaus ein halbes Prozent betragen. Ein Dax-ETF hat dagegen einen Spread von 0 Prozent.

„Zwischen 15:30 und 17:30 Uhr sind sowohl Xetra als auch NYSE und Nasdaq gleichzeitig geöffnet“, sagt Karsten Kagels von Kagels Trading gegenüber DAS INVESTMENT. Und weiter: „Das Handelsvolumen steigt in dieser Phase deutlich an — wer US-Aktien über gängige deutsche Broker handelt, bekommt hier die besten Kurse.“

Welche Rolle spielen Ordergebühren beim Kauf von ETFs?

Broker erheben pro Kauf oder Verkauf eines ETF-Anteils in der Regel eine Ordergebühr. Die Ordergebühr schwankt in der Regel zwischen 0 Euro und 1 Euro. Eine Gebühr ab 5 Euro ist außergewöhnlich. Folgende Broker nehmen mindestens 5 Euro pro Order:

Broker

Ordergebühr

Flatex

5,90 Euro für einen Orderbetrag für 500 Euro

Sparplan-Kosten: 0 Euro 

ING

6,15 Euro für einen Orderbetrag für 500 Euro

Sparplan-Kosten: 0 Euro  

Deutsche Bank maxblue

8,90 Euro für einen Orderbetrag für 500 Euro

Sparplan-Kosten: 1,25 Prozent

Targo Bank

8,90 Euro für einen Orderbetrag für 500 Euro

Sparplan-Kosten: 2,5 Prozent 

Comdirect

9,90 Euro für einen Orderbetrag für 500 Euro

Sparplan-Kosten: 1,5 Prozent  

1822 direkt

9,90 Euro für einen Orderbetrag für 500 Euro

Sparplan-Kosten 1,5 Prozent

Consorsbank 

9,95 Euro für einen Orderbetrag für 500 Euro

Sparplan-Kosten: 0 Euro   

Postbank

9,95 Euro für einen Orderbetrag für 500 Euro

 Sparplan-Kosten: 1,5 Prozent

DKB

10 Euro für einen Orderbetrag für 500 Euro

Sparplan-Kosten: 1,5 Euro    

Quelle: Sarah-Christin Großmann I Stand: 10. Juli 2026