Bernrieder Park bei Bernried am Starnberger See Foto: Imago Images/Peter Widmann

Nachhaltigkeits-Expertin Verena Kienel Welche Rolle spielt der Klimawandel bei der Geldanlage?

Es ist noch gar nicht so lange her, dass die konkreten Auswirkungen des Klimawandels nur weit entfernt sichtbar und spürbar waren, sei es in Asien durch stärkere Überflutungen und Erdrutsche oder in Afrika durch Dürren und daraus resultierende Hungersnöte.

Der Klimawandel und seine Auswirkungen

Das Blatt hat sich mittlerweile gewendet, denn auch in den USA, Europa und auch Deutschland sind die Folgen des Klimawandels, die durch Wetterextreme wie Überschwemmungen, Stürme, Hitzewellen, Dürren und weiteres in Erscheinung treten, immer deutlicher in Erscheinung getreten. Allein in diesem Jahr gibt es (zu) viele solcher Beispiele.

Die extreme Hitze mit Rekordtemperaturen von fast 50 Grad Celsius in den USA und Kanada im Sommer dieses Jahres zählen dazu. Zwar gab es schon immer wieder mal solche Wetterextreme weltweit, jedoch zeigen Studien bereits, dass der Klimawandel solche Extreme nicht nur wahrscheinlicher macht - in diesem Fall mit der Extremhitze um 150 Mal - sondern diese auch verstärkt, indem es noch heißer wird, als es ohne den Einfluss des Klimawandels der Fall gewesen wäre.

Zwar tragen die Entwicklungsländer weiterhin die Hauptlast der Folgen des Klimawandels, jedoch zählte Deutschland im Jahr 2018 laut Klima-Risiko-Index zu den drei am Meisten betroffenen Ländern. Deutschland lag zwar im Folgejahr wieder weiter hinten, jedoch dürfte dieses Jahr, vor dem Hintergrund der Hitzewelle im Juni und der Starkregenereignisse im Juli mit seinen über hundert Todesfällen und Zerstörungen Deutschland wieder in dem Ranking nach vorne katapultieren.

Auch für solche starken Regenfälle konnten Wissenschaftler nachweisen, dass der menschengemachte Klimawandel solche Extremregenfälle hat zunehmen lassen.

Die Auswirkungen des Klimawandels zeigen sich allerdings nicht nur durch Extremwetterereignisse. Auch die menschliche Gesundheit ist betroffen, denn der Mensch reagiert sensibel auf klimatische Veränderungen und vor allem auf steigende Temperaturen. Insbesondere ältere, geschwächte und gesundheitlich beeinträchtigte Menschen sowie Kinder sind von den gesundheitlichen Risiken des Klimawandels besonders betroffen.

Biodiversität und Artenvielfalt sind ebenso stark vom Klimawandel betroffen, was sich bspw. durch den starken Rückgang der Insektenanzahl und –vielfalt zeigt. Insekten kommt eine unverzichtbare Rolle in unseren Ökosystemen zu: sie sind nicht nur Bestäuber, also für die Fortpflanzung unzähliger Pflanzenarten unerlässlich. Sie spielen auch in der Nahrungskette insgesamt eine besondere Rolle, regulieren Schädlinge und bearbeiten Böden. Mit anderen Worten – sie sind Voraussetzung für unsere Nahrungsmittelproduktion.

Der Klimawandel auf politischer Ebene

Die Dringlichkeit des Themas ist mittlerweile auch fester Bestandteil der politischen Agenda. Im Dezember 2015 wurde auf der Pariser Klimakonferenz ein Übereinkommen erzielt, nach welchem die Erderwärmung auf deutlich unter 2°C gehalten werden soll; idealerweise soll der Temperaturanstieg durch weitere Maßnahmen auf 1,5°C begrenzt werden. Dieses Übereinkommen war die erste umfassende und rechtsverbindliche weltweite Klimaschutzvereinbarung.

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