Weniger Vergütung

Aus für den Bonus-Wahn von Fondsmanagern

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Das EU-Parlament hat Maßnahmen zur Beschränkung der Boni bei Managern von Fonds, die unter die OGAW-Richtlinie fallen und damit europaweit vertrieben werden können, abgesegnet. Bei den Fondsmanagern müssen mindestens 40 Prozent der variablen Vergütung um mindestens drei Jahre verzögert sein. Bei besonders hohen Bonuszahlungen sollte der verzögerte Anteil auf mindestens 60 Prozent steigen, wie aus dem Entwurf für die Regelung hervorgeht.

Zudem soll laut Entwurf die Hälfte der Boni für OGAW- Fondsmanager in Anteilen der von ihnen verwalteten Fonds oder ähnlichen Wertpapieren gezahlt werden. Garantierte Boni werden verboten, Ausnahmen hiervon gibt es nur für neue Mitarbeiter im ersten Jahr ihrer Beschäftigung bei einer Fondsgesellschaft.

Für die Abgeordneten sind die Abstimmungen in dieser Woche die letzte Gelegenheit, vor den Europawahlen im Mai über Maßnahmen zu entscheiden. Mit den neuen Regelungen will die EU die Aufsicht über die Fondsbranche verstärken und einen Betrugsfall wie den von Bernard Madoff vermeiden.

Madoff wurde wegen Betreibens eines Schneeballsystems in den USA zu 150 Jahren Haft verurteilt. Im Gefolge des Betrugs mussten vier den OGAW-Richtlinien unterliegende Fonds liquidiert werden. Mehrere Banken, darunter HSBC Holdings und UBS AG, wurden verklagt wegen ihrer Rolle als Depotbanken für Fonds, die bei Madoff investiert waren.

Die neuen Regelungen sehen vor, dass Banken und andere Institutionen, die als Lagerstellen für OGAW-Fonds fungieren, die Verantwortung für die sichere Verwahrung nur begrenzt delegieren können. Außerdem wird die Verantwortung der Depotbank für den Fall der missbräuchlichen Verwendung von Mitteln durch Fondsmanager klargestellt und die Vorschrift zur Trennung von Investmentvermögen von den eigenen Investments der Bank gestärkt.

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