Farbenfroh bemalte Frau in Indien Foto: Shubham Bochiwal / Unsplash.com

Aktien-Tipp vom Vermögensverwalter

Wenn Anleger indische Farbe bekennen

Gemäß den Daten des IWF lag das BIP-Wachstum in den Schwellenländern der vergangenen zehn Jahre mit durchschnittlich 5 Prozent pro Jahr deutlich über dem der Industrieländer, die im gleichen Zeitraum auf nur etwa 2 Prozent kommen. Wirft man einen genauen Blick auf die Hintergründe dieser rasanten wirtschaftlichen Entwicklung, so lässt sich vor allem die aufstrebende Mittelschicht als Wachstumstreiber in den Schwellenländern identifizieren, die von steigenden Löhnen profitiert und durch eine größere Konsumbereitschaft die Binnenmärkte der aufstrebenden Märkte stärken. Doch auch wenn die Entwicklungen in Folge der Corona-Pandemie das Muster dieses Trends zunächst gestört hat, ist die langfristige Wachstumsstory der Schwellenländer aus einer Fünf- bis Zehnjahresperspektive betrachtet nach wie vor intakt.

Steigende Ausgaben einer stetig wachsenden Mittelschicht treiben die Nachfrage in den Schwellenländern nach besseren Wohnungen, Konsumgütern und Luxusartikeln. Gleichzeitig ist zu erwarten, dass die Ausgaben in den Schwellenländern schneller wachsen werden als das gesamtwirtschaftliche Wachstum, während in den entwickelten Volkswirtschaften der Konsum im Einklang mit dem BIP-Wachstum stehen wird. Der Konsum spielt dabei auch weiterhin eine große Rolle beim BIP-Wachstum der größeren BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China), wobei bereits heute davon auszugehen ist, dass sich diese Entwicklung in den nächsten Jahrzehnten noch weiter beschleunigen wird.

Obwohl Indien als einer der größten Märkte unter den Schwellenländern noch immer schwer mit der Eindämmung der Covid-19-Pandemie zu kämpfen hat, können sich einzelne Unternehmen trotz allem erholen, da sich die Wirtschaft allmählich wieder öffnet. Der indische Farbensektor ist beispielsweise für strukturelle Wachstumschancen gut gerüstet, da sich der Trend zur Renovierung von Häusern weiter durchsetzt. Der marktbeherrschende Anbieter Asian Paints (ISIN: INE021A01026) ist in einer guten Position, sich neue Marktanteile zu sichern, da sich Indien von einem eher fragmentierten Markt zu einem stärker organisierten Farbensektor entwickelt. Mit seiner kostengünstigsten inländischen Produktion, seiner starken Marke, seiner Preissetzungsmacht und seinem unübertroffenen Händlernetz könnte Asian Paints über Jahrzehnte hinweg ein starkes Ertragswachstum verzeichnen.

Das im Jahr 1942 von den vier Freunden Champaklal Choksey, Chimanlal Choksi, Suryakant Dani und Arvind Vakil in einer Garage in Mumbai gegründete Unternehmen, wuchs in den ersten 25 Jahren kontinuierlich und wurde schließlich im Jahr 1967 der führende Farbenhersteller des Landes. Eine Marktstellung, die das Unternehmen seit mehr als 50 Jahren hält. Das Unternehmen, das inzwischen auch zum drittgrößten Farbenhersteller in Asien aufgestiegen ist und sich auf die Herstellung, den Verkauf und den Vertrieb von Anstrichmitteln, Beschichtungen, Produkten im Zusammenhang mit Wohneinrichtungen, Badarmaturen und damit verbundenen Dienstleistungen konzentriert, ist heute über internationale Niederlassungen in 19 Ländern tätig und erreicht mit 26 Herstellungsanlagen weltweit Kunden in über 65 Ländern.

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