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Glasfaser ermöglicht den Highspeed-Zugang ins Internet Foto: IMAGO / Westend61
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Gesamteuropäisches 5G-Netz

Wenn es funkt, sollten sich Anleger positionieren

Viele Investoren und Politiker wünschen sich ein gesamteuropäisches Telekommunikationsunternehmen. Mit der 5G-Mobilfunktechnologie könnte sich dieser Wunsch erfüllen – aber nicht so, wie erwartet. Die meisten politischen Entscheidungsträger haben mit Fusionen unter europäischen Anbietern gerechnet, zum Beispiel des französischen Konzerns Orange und der Deutschen Telekom. Doch ein solcher Zusammenschluss bietet nur wenige Möglichkeiten zur Kostensenkung, da die Unternehmen in verschiedenen Ländern tätig sind und dementsprechend keine Netzüberschneidungen haben.

Chancen bei Telekommunikationdienstleistern

Bis vor kurzem hat sich die Europäische Kommission für vier Mobilfunknetzbetreiber pro Land ausgesprochen: Das fördere den Wettbewerb und führe zu niedrigeren Preisen für Verbraucher. Aus Kostensicht ist jedoch ein gemeinsames europäisches Netz effizienter. Große europäische Telekommunikationskonzerne wie Vodafone, Deutsche Telekom und Orange möchten dieses Segment weiterhin als eigenständiges Geschäft führen.

Es gibt jedoch einen Bereich, in dem Netzbetreiber ihre Kosten teilen könnten: Mobilfunkmasten. 2021 könnte es zur Gründung eines länderübergreifenden europäischen Tower-Unternehmens kommen. Ein erster Vorbote: Cellnex. Das Unternehmen betreibt Mobilfunkmasten für drei Telekommunikationsbetreiber in Frankreich. Das bietet enorme Kostensynergien und bringt den Betreibern durch den Verkauf ihrer Netze eine Menge Geld. Darüber hinaus wird sich diese Neuerung auch auf die Qualität der Mobilfunknetze auswirken, da Masten in entlegenen und damit eigentlich unrentablen Regionen nun von mehreren Betreibern gemeinsam genutzt werden können. Das steht im Gegensatz zu früheren Zeiten, als viele der größeren Telekommunikationsunternehmen nur ungern Infrastruktur gemeinsam nutzen wollten. Denn ein qualitativ hochwertiges eigenes Netz galt als entscheidender Wettbewerbsvorteil.

Aufgrund des starken Wettbewerbs geraten die Renditen von Netzbetreibern zunehmend unter Druck. Zudem brauchen die Unternehmen derzeit viel Geld, um ihr 5G-Netz zunächst auf- und dann auszubauen. Außerdem müssen sie in den Ausbau des Glasfasernetzwerks investieren – die Nachfrage nach entsprechenden Infrastrukturanlagen ist hoch.

Was können wir 2021 erwarten? Generell dürfte die Gründung eines europäischen Tower-Unternehmens die Qualität der Mobilfunknetze in ganz Europa verbessern. Die großen Telekommunikationsanbieter wie Vodafone, Deutsche Telekom und Orange könnten, wenn sie ihre Geschäfte zusammenlegen, eine erfolgversprechende gesamteuropäische Mobilfunkinfrastruktur entwickeln – „erleben, was verbindet“, Motto eines namhaften Telekom-Anbieters, dürfte dann auch für Anleger beim Blick ins Depot gelten.

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