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Heimkino mit 3D-Brille: Unternehmen in Themenbereichen wie Telearbeit, Homeoffice, Home-Entertainment-Systeme, Infrastruktur, 5G und Gesundheit fahren hohe Gewinne ein. Foto: imago images / JuNiArt

Wie anlegen in das Thema künstliche Intelligenz?

Überrendite durch Fortschritt

„Können Maschinen denken?“ fragte sich Alan Turing 1950 in seiner wegweisenden Abhandlung mit dem Titel „Computing Machinery and Intelligence“. Darin ging es erstmals um die Idee künstlicher Intelligenz (KI), lange bevor dieser Begriff überhaupt eingeführt wurde. Nach einer zähen Trial-and-Error-Phase sind inzwischen die Voraussetzungen gegeben, dass KI die anfänglichen Versprechungen einlösen kann – die Folge von enorm gesteigerten Rechenleistungen, der explosionsartig gewachsenen Menge an generierten und erfassten Daten, den Fortschritten im Bereich der kognitiven Wissenschaften und schließlich der deutlich gestiegenen Zahl an gut ausgebildeten Datenwissenschaftlern rund um die Welt.

Künstliche Intelligenz wird bereits umfänglich genutzt

Dadurch sind Maschinen aufgrund heutiger Technologien zu kognitiven Leistungen wie Sinneswahrnehmungen (mittels Sensoren), Verarbeitung von Wissen (mittels Deep Learning) und Handeln (durch Inferenz) fähig. Vereinfacht gesagt: Künstliche Intelligenz ist die Wissenschaft von selbstlernenden Software-Algorithmen, die Aufgaben übernehmen, die ansonsten in der Regel von Menschen erledigt werden. Mit der Zeit werden diese Maschinen theoretisch in der Lage sein, uns mehr Entscheidungen abzunehmen und uns damit mehr Zeit für anspruchsvollere Denkprozesse zu verschaffen. Künstliche Intelligenz umgibt uns bereits überall. Jeden Tag nutzen wir sie, ohne viel darüber nachzudenken: Suchalgorithmen von Google, Alexa und Siri für Sprachanweisungen zur Erleichterung unseres täglichen Lebens, Netflix und Spotify für unsere Film- und Musikinteressen. Im Gesundheitswesen ermöglicht künstliche Intelligenz bereits eine stärker personalisierte Medizin und individuellere Behandlungspläne. Auch Gesichts-, Stimm- und Fingerabdruckerkennung findet immer stärkere Verbreitung.

STOXX AI mit deutlicher Outperformance

Künstliche Intelligenz eröffnet auch der Finanzbranche völlig neue Möglichkeiten: Um dem anhaltenden Trend Rechnung zu tragen, wurden entsprechende Spezialindizes geschaffen. Der STOXX AI hat seit seinem Start Ende 2013 bereits eine deutliche Outperformance erzielt, etwa gegenüber dem Index MSCI World. Seit Mitte 2016 ist der Vorsprung noch ausgebaut worden. Nach unserer Einschätzung fällt dies mit dem Zeitpunkt zusammen, ab dem es möglich war, Unternehmen anhand des Themas KI klar zu identifizieren. Künftig dürfte künstliche Intelligenz eine zunehmend stärkere Rolle in der Kommunikation börsennotierter Unternehmen spielen. Als Anleger sehen wir unsere Aufgabe darin, zwischen Hype und Realität zu differenzieren und ein Verständnis dafür zu entwickeln, inwiefern künstliche Intelligenz wirklich zum Shareholder Value beitragen kann.

60 Unternehmen schaffen es in den Themenfonds von Oddo BHF

Oddo BHF Asset Management hat eine neue Art der Portfolioverwaltung konzipiert: Entwickelt wurde ein Themenfonds, der künstliche Intelligenz mittels Big-Data-Algorithmen in den Investmentprozess integriert – alles koordiniert und überwacht durch ein spezialisiertes Team aus erfahrenen Portfoliomanagern. Ziel des Fonds Oddo BHF Artificial Intelligence (ISIN: LU1919842267) ist es, den Kunden eine innovative Lösung zur langfristigen Erzielung der Überrendite Alpha zu bieten.

Der Algorithmus analysiert das Fondsuniversum anhand von Nachrichten, Fakten und Zahlen und stellt eine Liste aus mehr als 300 Aktien zusammen. Die Fondsmanager grenzen diese Vorauswahl anschließend weiter auf 60 Unternehmen ein. Dies erfolgt über ein eigenentwickeltes quantitatives Modell sowie über eine qualitative Prüfung nach fundamentalen Gesichtspunkten. Eine Investition wird nicht nur in Unternehmen getätigt, die selbst in den Bereichen Digitalisierung, Automatisierung, künstliche Intelligenz und Robotik aktiv sind, sondern auch in Firmen, die von diesen Faktoren direkt profitieren. Daher ist der Fonds kein reiner Technologiefonds. Nur ein Teil ist in entsprechenden Aktien investiert. Der Fonds legt vielmehr in Unternehmen aus allen Sektoren an, die diese Technologien einsetzen. Mit intelligenten Tools arbeiten Unternehmen effizienter und sparen oftmals viel Geld – dies macht sie für Anleger interessant.

17,2 Prozent im Plus seit Auflegung im Dezember 2018

Der Fonds konnte im laufenden Jahr und seit Auflage seine Benchmark nach Kosten übertreffen. Zu verdanken ist dies Themenfeldern wie Telearbeit (US-Technologie), dem Trend zu Homeoffice und Home-Entertainment-Systemen (Videospiele), Infrastruktur in China (US-Halbleiterausstatter), Bekämpfung von Covid-19 (US-Gesundheitssektor) und 5G. Seit Auflegung im Dezember 2018 hat der Fonds ein Plus von 17,2 Prozent erzielt, die Benchmark ist im gleichen Zeitraum um 13,6 Prozent gestiegen (alle Daten per 31.07.2020). Anleger sollten einen längerfristigen Anlagehorizont haben, um das bei jeder Anlage bestehende Kapitalverlustrisiko zu minimieren.

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