Menschen feiern den Geburtstag des international umstrittenen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro Foto: imago images / TheNews2

Dollar schwach, Brasilien stark

Wie Anleihe-Profis in die Zukunft sehen

Anleihe-Profis rechnen damit, dass sich die Wirtschaft im kommenden Jahr vollständig erholt hat. Das geht aus einer Umfrage hervor, die die Fondsgesellschaft Russell Investments unter 50 Anleihe- und Währungsmanagern durchführte. Demnach erwarten 57 Prozent der Befragten, dass die globale Wirtschaft 2022 wieder das Niveau von vor der Pandemie erreicht, 42 Prozent erwarten das konkret sogar für die erste Jahreshälfte.

Weitere wichtige Erkenntnisse aus der Umfrage im Überblick:

Investment-Grade-Anleihen

Fast 60 Prozent rechnen damit, dass die Risikoaufschläge (Spreads) in einer Bandbreite von plus/minus 10 Basispunkten bleiben (0,1 Prozentpunkte). 38 Prozent denken, dass sie in den kommenden zwölf Monaten weiter schrumpfen.

Leveraged Credit (Kredite an höher verschuldete Unternehmen, auch Hochzins)

Die Hälfte der Befragten rechnet mit eher gleichbleibenden Spreads in den kommenden zwölf Monaten. 39 Prozent gehen von schrumpfenden Spreads aus. Immerhin erwarten auch 80 Prozent, dass sich die Fundamentaldaten der Unternehmen verbessern. Für US-Hochzinsanleihen rechnen 61 Prozent der Befragten künftig mit einem Ertrag von 4 bis 5 Prozent.

Zinsen/Inflation

Die Zinskurve bei US-Staatsanleihen wird wohl in den kommenden zwölf Monaten noch steiler, während die Inflation im Zielkorridor der Notenbank bei 1,8 bis 2,4 Prozent bleibt. Mit sinkenden Preisen (Deflation) rechnen nur 10 Prozent der Befragten.

Schwellenländeranleihen in Lokalwährungen

Hier rechnen satte 89 Prozent der Befragten damit, dass insbesondere die Währungen in den kommenden zwölf Monaten Gewinne abwerfen. 40 Prozent sogar starke Gewinne. Am ehesten trauen die Profis das dem Brasilianischen Real zu.

Schwellenländeranleihen in Hartwährungen

74 Prozent erwarten, dass sich die Spreads in den kommenden zwölf Monaten weiter verengen. Die höchsten Gewinne erwarten sie für Anleihen aus Mexiko, Ukraine und Brasilien. Die größte Abneigung hegen sie gegen Papiere aus China und den Philippinen.

Währungen

Der Euro werde wohl zwischen 1,21 und 1,25 US-Dollar notieren, meinen 61 Prozent der Befragten. Das hieße, dass er gegenüber dem Dollar aufwertet, denn derzeit kostet er etwa 1,18 Dollar. Etwas einiger sind sich die Profis beim Britischen Pfund. Das werde in einer Spanne zwischen 1,36 und 1,50 Dollar rangieren, meinen 77 Prozent. Derzeit sind es 1,37 Dollar, tendenziell sollte das Pfund also eher aufwerten.

Verbriefte Kredite

31 Prozent der Befragten deuten an, in entsprechenden Kreditportfolios weiter Risiken aufzubauen. Im vierten Quartal 2020 waren es aber noch 38 Prozent. 63 Prozent wollen ihre Risiken jetzt eher gleich halten.

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