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Die nächste Supermacht Wie China und die USA um die Weltherrschaft kämpfen

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Wachstum um jeden Preis ist allerdings schon länger nicht mehr Chinas Devise. Statt Quantität soll Qualität stärker in den Fokus rücken – ohne dabei soziale Aspekte zu vergessen. Bildung, Wohnung und Gesundheitsvorsorge sollen bezahlbar sein. Zugleich will Präsident Xi Jinping die soziale Ungleichheit reduzieren.

Um die Entwicklung in die richtigen Bahnen zu lenken, greift er gern zu Regulierungsmaßnahmen, etwa im Immobilien-, Technologie- oder Bildungssektor, die weiter fortgesetzt werden sollen, wie die Regierung im August verkündete. Vor allem die Eingriffe in die Geschäftsmodelle der großen Internetfirmen haben jüngst für Turbulenzen bei den Aktienkursen gesorgt. Einige versuchen durch eigene Maßnahmen weiteren Interventionen vorzubeugen. Der Gigant Tencent, der in China auch den Gaming-Markt pro Tag beherrscht, hat beispielsweise die Spielzeit für das derzeit beliebteste Spiel „Honor of Kings“ für unter 18-Jährige begrenzt.

Während China seine rigorose Aufholjagd fortsetzen muss, um den angestrebten Supermacht-Status zu erlangen, geht es für die USA vor allem darum, den Karren am Laufen zu halten. Dass die US-Wirtschaft robust ist und Krisen relativ gut wegstecken kann, beweist sie immer wieder. So hat sie sich schneller als andere Regionen von der globalen Finanzkrise erholt. Die Corona-Pandemie ist wirtschaftlich schon Geschichte. Nach einem Einbruch um 3,5 Prozent im Jahr 2020 soll die US-Wirtschaft nach IWF-Prognose in diesem Jahr um fulminante 7,0 Prozent wachsen.

Ihre Position als Schrittgeber im technologischen Fortschritt dürften die USA nicht so schnell verlieren. Die Vielfalt an Möglichkeiten und großen Freiheiten im Bereich der Forschung locken Talente aus aller Welt an. Eine Studie der Boston Consulting Group weist die USA als das beliebteste Arbeitsland für internationale Digitalexperten aus. China hingegen hat den starken Willen, den Glanz alter Zeiten aufleben zu lassen, und wieder eine führende, einflussreiche Macht in der Welt zu werden. Zum Glück muss es keinen Gewinner und keinen Verlierer geben. Die Welt ist schließlich groß genug für mehrere Supermächte.

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