Anteil stark gestiegen Wie China im MSCI Emerging Markets an Raum gewinnt

Das Gewicht chinesischer Aktien am globalen Schwellenland-Index MSCI Emerging Markets wächst, und das in einem atemberaubenden Tempo. Der Index bildet die Wertentwicklung von rund 1.400 Aktienwerten aus 27 globalen Schwellenmärkten ab. 2014 war China dort zu etwa 18 Prozent vertreten. Mittlerweile ist sein Gewicht auf rund 40 Prozent angeschwollen. Der Anteil dürfte weiter zunehmen. Fondsmanager Dominic Bokor-Ingram aus dem Fondshaus Fiera Capital hat sich die Gewichtung einzelner Länder in dem Index angesehen.  

In jüngerer Zeit gab es einen besonders prominenten Anlass, zu dem der Anteil chinesischer Titel im Index zulegte: Der Index-Anbieter MSCI nimmt seit 2018 auch chinesische A-Aktien auf. A-Aktien sind chinesische Inlandsaktien, die an den Börsen von Shanghai und Shenzhen gelistet sind und auf die Landeswährung Renminbi lauten.

Die A-Aktien traten 2018 an die Seite der im Index schon enthaltenen H-Aktien, also der im ehemals britisch verwalteten Hongkong gelisteten Titel. Für ausländische Investoren waren A-Aktien lange Zeit nicht investierbar, erst 2014 öffnete sich dieser Markt schrittweise. Der Zugang zu dem lange unerschlossenen inländischen Aktien-Universum brachte auch MSCI dazu, diese Aktienart in seine Indizes einzubeziehen.

So entwickelte sich der China-Anteil im MSCI EM

Grafik: Fiera Capital

Nach der Initialzündung 2018 stieg der Anteil der A-Aktien im MSCI EM im Folgejahr noch einmal an: von 5 Prozent auf 20 Prozent. Das begünstigt Wechselwirkungen:

Das steigenden China-Gewicht im MSCI EM führe dazu, dass der Index zunehmend im Takt mit dem chinesischen Aktienmarkt schwingt, beobachtet Bokor-Ingram. Die Korrelation sei von 0,65 im Jahr 2003 auf 0,9 Ende Februar 2021 gestiegen. Der Index hänge damit deutlich an der Entwicklung des chinesischen Marktes.

Der China-Anteil im MSCI EM dürfte über kurz oder lang noch weiter steigen, stellt Bokor-Ingram in Aussicht. Denn bislang hat MSCI den gigantischen A-Aktien-Markt nur unvollständig erfasst. Die Titel sind sogar erst zu 20 Prozent im Index enthalten – bezogen auf das Marktkapitalisierungsgewicht aller A-Aktien, die sich im Streubesitz befinden. Würde MSCI dieses Missverhältnis zukünftig ausgleichen, würde Chinas Gewicht im MSCI EM auf bis zu 49,9 Prozent klettern.

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