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Sabine Groth (Content-Team)Lesedauer: 5 Minuten
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Engagement Wie Chinas Paketdienste grüner werden

Verteilerzentrum des chinesischen Paketdienstes ZTO Express in Changzhou. Chinas Marktführer hat mit seinem ersten ESG-Report die Branche wachgerüttelt.
Verteilerzentrum des chinesischen Paketdienstes ZTO Express in Changzhou. Chinas Marktführer hat mit seinem ersten ESG-Report die Branche wachgerüttelt. | Foto: imago images / VCG

Paketdienste erlebten dank der pandemiebedingten Lockdowns nicht nur in den USA und Europa, sondern auch in China im vergangenen Jahr einen starken Zuwachs. Chinas Platzhirsch mit einem Marktanteil von 20 Prozent, ZTO Express, lieferte 2020 rund 47 Millionen Pakete aus – jeden Tag. Diese schier unglaubliche Menge bedeutet nicht nur unzählige glückliche Konsumenten, sondern auch Berge von Verpackungsmaterial und einen hohen Kraftstoffverbrauch durch die Auslieferung.

Das sind Themen, die nachhaltigkeitsorientierte Investoren aufhorchen lassen. Hinzu kommt die soziale Ebene, da aufgrund des harten Preiskampfes Unternehmen wie ZTO Express an allen Ecken sparen müssen. Grund genug für Asset Manager, ihre Experten loszuschicken. Terence Tsai, Analyst und Fondsmanager bei Fidelity, sprach 2019 zum ersten Mal mit dem ZTO-Management, um eine schlechte ESG-Bewertung einer Rating-Agentur zu diskutieren.

Hauptvorwurf der Agentur war die zu geringe Transparenz in Sachen Nachhaltigkeit. Tsai erklärte dem Management internationale ESG-Standards und die Wichtigkeit, entsprechende Daten regelmäßig zu veröffentlichen. Zu seiner eigenen Überraschung stieß er auf offene Ohren. ZTO-Chef Lai Meisong hat eine langfristige Perspektive und träumt vom internationalen Markt.

Den Marktführer überzeugen, die Herde folgt

Ende 2019 veröffentlichte ZTO seinen ersten ESG-Report. Und rüttelte damit die Branche wach. Denn wenn der Marktführer etwas vorgibt, folgen die Mitbewerber, zumindest einige. „Wir haben das Gefühl, Engagement in der gesamten Branche zu betreiben, wenn wir nur den Marktführer bewegen können, den ersten Schritt zu machen“, so Tsai.

Eine weitere Empfehlung von ihm war es, Managementgehälter an die Umsetzung von nachhaltigen Praktiken zu koppeln, was ZTO ebenfalls einführte. Zusammen mit einem anderen großen Investor drängte Tsai das Unternehmen dazu, weniger Papier für die Dokumentation zu nutzen. ZTO hat zudem begonnen, Verpackungsmaterial zu recyceln und die Fahrzeugflotte umweltfreundlicher zu gestalten. Auch im sozialen Bereich hat sich auf Anraten von Fidelity hin etwas getan. Durch mehr Schulungen können Arbeitsunfälle reduziert werden. Tsai ist aber auch realistisch: Zwar arbeiten die Paketdienste in China an ihrer Nachhaltigkeit, es ist jedoch noch ein langer Weg, um zu den großen globalen Playern wie FedEx oder DHL aufzuschließen, die bis 2040 respektive 2050 CO2-Neutralität erreicht haben wollen.

Und auch nicht immer lassen sich durch Engagement so schnelle Fortschritte erzielen. Oft braucht es viel Geduld und Hartnäckigkeit – und Hilfe aus anderen Feldern, etwa durch regulatorischen, gesellschaftlichen, aber auch wirtschaftlichen Druck. Dieser ist in einigen Regionen und Branchen stärker gegeben als in anderen.  Die Stahlbranche etwa steht unter hohem Druck, ihre nicht unerheblichen CO2-Emissionen zu senken. Fidelity steht daher im regelmäßigen Austausch mit Stahlfirmen über ihre Reduktionspläne. „Dies ist ein kollaborativer Prozess“, erklären die Fidelity-Experten. „Wir gewinnen so wertvolle Informationen über die Pläne der Unternehmen, aber auch über die Herausforderungen, vor denen sie stehen. In den Gesprächen mit dem Management können wir gleichzeitig von Trends und Prioritäten berichten, die wir in der Branche beobachten.“

Arcelor Mittal auf dem langen Weg zu einer sauberen Stahlproduktion

Ein Beispiel ist der Stahlgigant Arcelor Mittal. Auf seiner Nachhaltigkeitskonferenz im vergangenen Jahr hat der Konzern seine Dekarbonisierungspläne vorgestellt mit Zielen bis 2030 und 2050. Dazu zählt kurzfristig etwa ein stärkeres Recycling. Das betrifft sowohl den Gebrauch von recyceltem Material als auch die Wiederverwendung von Abfallprodukten für die Nutzung anderer Prozesse. So kann anfallendes CO2 genutzt werden, um Ethnanol oder Rohbenzin für die Plastikproduktion zu erzeugen. Langfristig strebt Arcelor Mittal eine CO2-neutrale Stahlproduktion an mithilfe von regenerativ gewonnenem Wasserstoff. Auf dem Werksgelände in Hamburg entsteht eine Anlage, die die grüne Stahlproduktion erproben soll.

Fidelity-Analysten kontaktierten im Nachgang der Konferenz das Unternehmen, um noch mehr über die Pläne zu erfahren, aber auch, um über die Kosten zu sprechen, die nicht ohne sind. Im Gespräch wurde schnell klar, dass die Stahlindustrie für eine grüne Produktion nicht nur Unmengen an regenerativer Energie benötigen wird, sondern wohl ebenfalls staatliche Unterstützung, um durch die Extra-Kosten im Wettbewerb nicht unterzugehen. Denkbar wären beispielsweise Zölle auf Stahlimporte, die an den CO2-Fußabdruck des Produkts gekoppelt sind.

Durch Engagement können Asset Manager also nicht nur Unternehmen bewegen, ihre Geschäftsmodelle nachhaltiger auszurichten, sondern der stete Dialog mit dem Management und den ESG-Verantwortlichen hilft, die Risiken und Perspektiven der Unternehmen besser zu verstehen und zu bewerten.

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