Aktualisiert am 20.01.2021 - 16:26 UhrLesedauer: 5 Minuten

Der Praxisfall Wie der zweite Frühling bezahlbar wird

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Grundsätzlich ist bei der aktuellen Betrachtung die Inflation einzubeziehen. Diese ist aktuell aber fast nicht mehr vorhanden und dürfte mittelfristig nicht nennenswert zurückkehren. Wir lassen diesen Faktor bei der Betrachtung außen vor, würden aber nachsteuern, wenn sich die Sachlage ändert. Inflation würde sich positiv auf den nominalen Wert des Eigenheims und positiv auf die Einnahmen der Photovoltaik-Anlage auswirken, die Darlehenskosten hingegen nicht berühren. Aktienerträge dürften nominal steigen, Geldwerte werden real verlieren.

Hartmut Leinweber
Foto: www.lilleke.de

Zunächst ist jedoch die PV-Anlage zu finanzieren. Gegenüber der Barzahlung aus den vorhandenen Mitteln ist eine Bankfinanzierung aktuell die bessere Wahl. Wir schlagen eine Finanzierung mit einer Laufzeit von 15 Jahren vor und können bei einem Prozent Festzins das Darlehen mit 120 Euro monatlich zurückzahlen. Aus der Einspeisevergütung und dem Eigenverbrauch errechnet der Anbieter der PV-Anlage im Schnitt einen Ertrag von 120 Euro monatlich. Damit finanziert sich die Anlage von selbst und nach Auslauf der Finanzierung steht der monatliche Ertrag zusätzlich zur Verfügung.

Um eine ausgewogenere Vermögensallokation zu erzielen – mit Haus und Rentenversicherungen sind aktuell Immobilien und Anleihen sehr hoch gewichtet – ist die dritte Komponente, nämlich die Aktie, bislang etwas zu kurz gekommen. In den vorhandenen Fonds (derzeitiger Gesamtwert 35.000 Euro) dürften die Aktienanteile bei 17.000 Euro liegen, gut 3 Prozent vom Gesamtvermögen.

Konkret schlagen wir eine Umverteilung der Vermögen wie folgt vor. Von den 15.000 Euro auf dem Konto finden 10.000 Euro Verwendung für das risikoarme Fondsdepot, welches den Jahresurlaub finanziert. Wir schlagen hier zwei risikoarme Fonds vor, nämlich den FvS Der erste Schritt und den Nordea European Covered Bond. Zusätzlich werden je 100 Euro monatlich in jedem Fonds gespart. Aus diesem Topf wird der jährliche Urlaub in den nächsten 15 Jahren finanziert. Wir kalkulieren mit einer Rendite von einem Prozent nach Kosten und Steuern.

Von den vorhandenen Fonds mit einem Gesamtwert von 35.000 haben in den vergangenen Jahren der Ethna Aktiv A wie auch das französische Flaggschiff Carmignac Patrimoine arge Schlagseite erlitten. Zuletzt haben sich die Franzosen neu aufgestellt, es reicht aber aktuell nicht, um im Portfolio zu bleiben. Der von Bert Flossbach und seinem Team verwaltete FvS Multiple Opportunities setzt zwei Drittel auf Aktien, zirka 10 Prozent auf Gold und nutzt Chancen am Rentenmarkt.

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