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in Aktienfonds Small & Mid CapLesedauer: 8 Minuten

Aktive Manager schlagen ETFs Wie die besten Deutschland-Fonds der Krise trotzen

Neue Acetylen-Anlage von BASF in Ludwigshafen, die jährlich 90.000 Tonnen des chemischen Baustoffs produzieren kann
Neue Acetylen-Anlage von BASF in Ludwigshafen, die jährlich 90.000 Tonnen des chemischen Baustoffs produzieren kann: Die Aktie des Chemiekonzerns wird unterhalb ihres Buchwerts gehandelt. | Foto: BASF SE

Der Dax im Abwärtsstrudel: Ende September fiel der deutsche Leitindex erstmals seit November 2020 unter die Marke von 12.000 Punkten. Hohe Inflation und Energiekrise belasten die Unternehmen, die drohende Rezession dämpft Hoffnungen auf eine schnelle Kehrtwende. Jüngst hat auch die Bundesregierung ihre Konjunkturprognose gesenkt. In den kommenden drei Quartalen dürfte die deutsche Wirtschaft schrumpfen, heißt es von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. Für das Gesamtjahr 2023 rechnet er mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,4 Prozent.

Entsprechend düster sehen Experten die Aussichten für deutsche Aktien: „Die schlechtere Entwicklung der deutschen Börse gegenüber Europa, aber auch gegenüber dem Weltaktienindex dürfte deshalb anhalten“, so DJE-Fondsmanager Jens Ehrhardt, der mit dem Ehrhardt German Equity vor allem in deutsche Standardwerte investiert.

Dabei waren die Erwartungen an den Dax nach der größten Reform in seiner Historie hoch. Die Aufstockung um zehn auf 40 Titel im September 2021 sollte die deutsche Wirtschaft besser abbilden und den Börsenindex weniger anfällig für Schwankungen machen. Mehr Firmen der neuen Wirtschaft, also jüngere Unternehmen mit webbasierten Geschäftsmodellen, böten bessere Wachstumschancen, so die Hoffnung von Investoren.

 

Unter den Aufsteigern waren neben Flugzeughersteller Airbus und Pharma- und Laborzulieferer Sartorius auch Online-Versandhändler Zalando und Hello Fresh. Die Aktie des Kochboxen-Versenders hat allerdings seit Aufnahme in den Dax etwa 75 Prozent verloren – mittlerweile ist das Unternehmen wieder im M-Dax unter den 50 größten Nebenwerten zu finden.

Insgesamt sieht die Bilanz ein Jahr nach der Indexreform verhalten aus. „Der neu formierte Dax 40 hat im ersten Jahr 23 Prozent verloren und damit circa 2 Prozentpunkte schlechter abgeschnitten, als es der alte Dax in dem Zeitraum getan hätte“, rechnet etwa Deka-Fondsmanager Wolfgang Ewig vor. Bleibt die Inflation über längere Zeit hoch, werde sich das neue Format des Dax 40 „trotz des Zugewinns an Diversifikation, Liquidität und Gewinnwachstumspotenzial schwertun, die Vorteile gegenüber dem alten Dax 30 auszuspielen“, meint der Lenker des Dekafonds.

Hansjörg Pack, Portfoliomanager für deutsche Aktien bei DWS, erklärt: „Mit der Umstellung und der Hinzunahme von typischerweise höher bewerteten Wachstumstiteln wurde der Index auch anfälliger für Korrekturen bei steigenden Zinsen.“ Grund für die schlechte Bilanz sei nicht die Konstruktion des neuen Dax, sondern das Timing der Umstellung. Einige Wochen später habe der Markt den Höchststand erreicht, befinde sich aber seitdem im Abwärtstrend. Unter den großen Börsenindizes bildet Deutschlands Leitindex derzeit gar das Schlusslicht.

 

Sollten Anleger also jetzt aus dem deutschen Markt aussteigen? Antizykliker wie Peter Huber, Fondsmanager beim Vermögensverwalter Taunus Trust, setzen nun erst recht auf deutsche Aktien: Die großen Aktiengesellschaften aus der Bundesrepublik seien in der Regel internationaltätig und hätten Produktionsstätten in aller Welt. „Sie werden also zu Unrecht abgestraft“, so Huber. Exportorientierte Unternehmen in Deutschland profitierten vom starken US-Dollar, sofern sie nicht zu viel Energie verbrauchten. „Wir befinden uns dank der zahlreichen Krisen in einem Umfeld, das langfristige Kaufchancen für deutsche Aktien eröffnet“, argumentiert der Fondsmanager des weltweit investierenden flexiblen Mischfonds Huber Portfolio.

Zwar sei der Börsentiefpunkt noch nicht unbedingt erreicht. Allerdings lägen die Bewertungen gemessen am Shiller-KGV, der die durchschnittlichen inflationsbereinigten Unternehmensgewinne betrachtet, auf einem Niveau, wie sie seit 1986 immer an den Tiefpunkten des Aktienmarktzyklus gelegen hätten. Zu Hubers Favoriten zählen Dax-Schwergewichte wie BASF, Bayer oder Mercedes-Benz.

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