Dirk Rathjen (Gastautor), Robert Freitag (Gastautor)Lesedauer: 4 Minuten

Experten geben Tipps für die Zukunft Wie die Riester-Rente noch zu retten ist

Der Brunkeberg-Tunnel in Stockholm
Der Brunkeberg-Tunnel in Stockholm: Wer die Riester-Rente zukunftsfähig machen will, sollte mal nach Schweden schauen. | Foto: Peter Ivey-Hansen / Unsplash.com

Gerade volljährig geworden, und überall heißt es: „du hast keine Zukunft“. Wäre die vor 18 Jahren eingeführte Riester-Rente ein Mensch – sie täte einem wirklich leid. Fehlendes Rüstzeug, keine Orientierung, alle wollen etwas von einem. Beste Voraussetzung also für eine Geschichte des Scheiterns. Warum ist es so weit gekommen? Weil diejenigen, die nun für Orientierung sorgen könnten, sich schon länger in Schweigen hüllen und offensichtlich lieber gar nichts entscheiden, aus Angst etwas falsch zu machen.

Doch es ist jetzt allerhöchste Zeit, Entscheidungen zu treffen – und der Riester-Rente einen neuen Weg zu ebnen, der vor allem mehr Freiheiten verspricht. Ganz wesentlich dafür ist jedoch, dass dieser Weg auch machbar und pragmatisch ist. Warum sich also nicht an schon Vorhandenem orientieren? Dafür gibt es einige gute Beispiele.

Die unheilvolle Rolle der EZB

Dass die Riester-Rente großen Reformbedarf hat, zeigt sich zum einen auf der Kundenseite – und das nicht erst seit gestern. Bereits seit 2013 stagniert die Zahl der Riester-Verträge mehr oder weniger, seit 2017 nimmt die Anzahl sogar sukzessive ab. Von den bestehenden rund 16,5 Millionen Verträgen ist jeder fünfte ruhend gestellt – auch das ein deutliches Zeichen, dass die Attraktivität verloren gegangen ist.

Die Problematik hat inzwischen jedoch vor allem auf der Anbieterseite eine ganz neue Dimension bekommen – und das hat im Wesentlichen mit der EZB zu tun. Die EZB-Kapitalmarktpolitik und ihre staatliche Zinssteuerung haben die Zinsen in eine regelrecht absurde Tiefe getrieben. Der Blick auf die Renditen von Staatsanleihen verschiedener Länder und Laufzeiten zeigt ein tiefrotes Tableau, bis auf wenige Ausnahmen etwa in Europa bei langen Laufzeiten. Ist es – bei aller Solidarität für Südeuropa, die auch wir gut und wichtig finden – fair, dass Sparer, die zum Beispiel Spanien für acht Jahre Geld leihen, trotz des Risikos keine Zinsen bekommen, sondern sogar Geld drauflegen müssen, weil die Zinsen spanischer Staatsanleihen negativ sind? Die Inflation ist dabei noch nicht einmal berücksichtigt. Zudem haben die niedrigen Zinsen die Immobilienpreise in Höhen getrieben, die vielen EU-Bürgern den Erwerb einer Immobilie unmöglich machen.

Niedrigzins und Garantien führen für Produktgeber und Sparer in eine Sackgasse

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