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Trends in der Lebensmittelindustrie Wie die Zukunft nach Covid-19 schmeckt

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Der Rubel rollt

Produzenten von alternativem Fleisch wie Beyond Meat und Impossible Foods haben in den vergangenen Jahren mehrere hundert Millionen US-Dollar an Finanzierungsmitteln beschafft. Aber auch Europa bleibt nicht untätig. Better Dairy, ein Londoner Startup-Unternehmen, das Milchprodukte ohne tierische Bestandteile entwickelt, konnte sich mitten in der Pandemie 1,6 Millionen Britische Pfund an Startkapital sichern. Das Unternehmen befindet sich momentan in der Forschungs- und Entwicklungsphase. Mithilfe von Hefegärung entwickelt es Produkte ohne tierische Bestandteile, die mit traditionellen Milchprodukten „molekular identisch“ sind. Das Unternehmen hofft, die Produktion so weit auszubauen, dass es eines Tages der konventionellen, 700 Milliarden US-Dollar schweren Milchprodukteindustrie und -lieferkette Paroli bieten kann.

In Großbritannien beschaffte sich 2MX Organic, ein Unternehmen im Entwicklungsstadium, das die Übernahme von Unternehmen aus den Bereichen Bio-Nahrungsmittel und nachhaltige Konsumgüter plant, im Dezember 2020 beim größten Börsengang des Jahres an der Pariser Börse eine Summe von 300 Millionen Euro. Das Unternehmen wurde vom Telekommunikationsmilliardär Xavier Niel und zwei weiteren prominenten französischen Unternehmern gegründet. Sie wollen die neue Dynamik bei Verbrauchern und Investoren nutzen und Unternehmen mit starkem ESG-Profil (Umwelt, soziale Verantwortung, Unternehmensführung) aufspüren.

Internet of Food

Die Branche, unterstützt durch massive Investitionen, dürfte sich in den kommenden Jahren grundlegend verändern, um den neuen Ansprüchen und Vorlieben der Verbraucher gerecht zu werden. Automatisierung ist einer der Bereiche, die eine zentrale Rolle einnehmen werden. Die Fleischproduktion zum Beispiel ist immer noch sehr personalintensiv. Das war während des Virusausbruchs ein riesiges Problem, weil Arbeitskräfte fehlten, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Viele Produzenten sehen jetzt Technologie als Möglichkeit, ihre Widerstandsstärke zu verbessern. Das gilt auch für Branchen außerhalb des Fleischsektors. Eine stärkere Nutzung automatisierter Systeme würde nicht nur die Lebensmittelsicherheit und -qualität gewährleisten. Sie hat zusätzlich auch den Vorteil einer effizienteren Ressourcennutzung. Die Produktionsanlagen und Lieferketten der Zukunft werden sicherlich auf Sensornetzen, dem Internet der Dinge und Blockchain-Technologie basieren.

Geschmack der Zukunft

Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung und des Klimawandels war die Lebensmittelbranche schon vor Covid-19 unter starkem Druck. Die Pandemie könnte jedoch helfen, ihr neue Impulse zu geben. Wenn Lebensmittelproduzenten und -vertreiber schnell dazu übergehen, fortschrittliche Technologie und Innovation zu nutzen, um dem wachsenden Appetit der Verbraucher nach gesünderen und nachhaltigeren Nahrungsmitteln Rechnung zu tragen, wird die Branche den Anforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht werden.

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