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Marcus Weyerer im Gespräch Wie Franklin Templeton 2022 seine Klima-ETFs nach vorne bringen will

Marcus Weyerer von Franklin Templeton
Marcus Weyerer von Franklin Templeton: „Es gibt noch viel Platz für innovative ETF-Anbieter.“ | Foto: Franklin Templeton

Das Investment: Herr Weyerer, in unserem aktuellen Anti-Klimawandel-ETF-Ranking kommt Ihr Franklin S&P 500 Paris Aligned Climate auf den zweiten Platz. Was finden Sie so interessant an diesem Index?

Marcus Weyerer: Das Pariser Klimaabkommen der UN von 2015 ist die Keimzelle all dessen, was wir gerade in Politik, Gesellschaft und natürlich auch in der Wirtschaft mit Bezug auf den Klimawandel erleben. Mit dem Ziel, den Temperaturanstieg bis 2100 auf 1,5 bis 2 Grad Celsius zu begrenzen, setzt das Abkommen die Leitplanken für unser öffentliches und teilweise auch privates Leben. Das ist eine Generationen-Aufgabe, der sich auch kein Unternehmen mehr entziehen kann.

Der Paris-Aligned Index von S&P trägt dieser unumkehrbaren Tatsache Rechnung: Die Indexkonstruktion unterstützt das 1,5-Grad-Ziel, entspricht den strikten regulatorischen Anforderungen der EU, und bietet dem Anleger einen sehr einfachen und effizienten Zugang zu einem breit diversifizierten Portfolio aus den Topunternehmen in den USA.

Sind nachhaltige Strategien nicht ein Nischenthema, das sich nur für wenige Anleger eignet?

Weyerer: Nein, das Pariser Abkommen setzt diesem Mythos ein Ende. Um das 1,5 Grad Ziel zu erreichen, ist es gerade wichtig, die gesamte Bandbreite der Wirtschaft mitzunehmen. So besteht der Index aus über 300 Titeln aus fast allen Sektoren. Einzelne Unternehmen, die sich auf die Herausforderungen besonders gut einstellen und so ihre Klimarisiken reduzieren, können mit einer leicht höheren Gewichtung belohnt werden. So entsteht auch ein Anreiz für Firmen, die vielleicht noch nicht ganz vorne dabei sind.

Wie gut lässt sich überhaupt messen, ob börsennotierte Unternehmen ihrer Klima-Verantwortung nachkommen?

Weyerer: Mittlerweile sind in vielen Bereichen die Offenlegungspflichten deutlich stringenter, sodass etwa die Thematik fehlender Daten heute ein viel geringeres Problem darstellt als noch vor wenigen Jahren. Ein einfacher, aber effizienter Ansatz, dem auch ein Paris-Aligned Index folgt, ist der Ausschluss von Unternehmen, die mehr als einen bestimmten Prozentsatz ihres Umsatzes in bestimmten Geschäftsbereichen erwirtschaften. Die Grenzen liegen in dem Fall bei einem Prozent für Kohle, 10 Prozent für Öl, und 50 Prozent für Gas.

Daneben fließen weitere K.-o.-Kriterien, wie Verletzungen des UN Global Compact, kontroverse Waffen- oder Tabakgeschäfte, mit ein. Unternehmen, die es durch diesen ersten harten Filter schaffen, können dann, je nachdem wie sie mit Klimarisiken umgehen, gewichtet werden. Das muss quantifiziert werden, was nicht ganz trivial ist. Hierfür gibt es aber hoch spezialisierte Datenanbieter wie, sodass auch hier mittlerweile eine sehr verlässliche Basis besteht.

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