Bernd Greisinger (rechts) im Angesicht von Gimli, dem Kampfzwerg aus „Herr der Ringe“. Foto: Alessi@Vissani

Bernd Greisinger (rechts) im Angesicht von Gimli, dem Kampfzwerg aus „Herr der Ringe“. Foto: [email protected]

Wie geht es eigentlich Bernd Greisinger?

Graubünden ist der größte Kanton der Schweiz. Ganz dünn besiedelt wird er wie kein zweiter geprägt durch eine massive Berglandschaft. 937 Berggipfel, 615 Seen und 150 Täler. Heidi-Land in seiner urtümlichsten Pracht. So heißt dort auch ein Freizeitpark, und seit Oktober kommen auch Fantasy-Fans auf ihre Kosten.

Unweit der Bushaltestelle „Sonne“ beginnt „Mittelerde“. Ein Museum würdigt das Erbe von John Ronald Reuel Tolkien, Autor von „Der Herr der Ringe“, Erfinder der Hobbits. Das „Greisinger Museum“ vereint Kitsch, Kunst und Literatur in einem unterirdischen Bau.

Gründer des Museums, Bauherr und größter Sammler rund um „Mittelerde“ ist Bernd Greisinger. 2 Millionen Euro soll der Tiefbau gekostet haben. Greisinger, gebürtiger Mainzer, lebt dort in einem Drei-Generationen-Haus. Bis 2008 war er ein Star der Finanz- und Fonds-Szene.

Seine Dachfonds düpierten regelmäßig die Konkurrenz, und 2003 wurde Greisinger für die Wahl zum „Fondsmanager des Jahres“ nominiert. 2008 kommt es zum Absturz. Greisingers Dachfonds sind verseucht mit Madoff-Fonds. Sie werden geschlossen und liquidiert. Greisinger verabschiedet sich aus der Finanz- und geht in die Fantasiewelt. Er gründet und baut seit 2008 das Museum. Eröffnung ist im Oktober dieses Jahres. Es gibt Parkplätze für Busse und einen Online-Kalender für persönliche Führungen.

Fantasy-Rollenspiele begeistern den ehemaligen Börsenstar schon lange, und in der Szene ist er als leidenschaftlicher Sammler bekannt. Fünfstellige Beträge gibt Greisinger mitunter im Monat für sein Hobby aus. Von Merchandising-Mist bis hin zu seltenen Einzelstücken wandert alles in seinen Fundus und ins Museum.

Greisinger hat eine Mission und schließt eine Rückkehr in die Finanzwelt aus. Das Museum ist zu seinem Lebensinhalt geworden.

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