EZB-Chefin Christine Lagarde Foto: imago images / Hans Lucas

Renditen unter null

Wie groß die Zinswüste inzwischen ist

Das dürfte jetzt wirklich niemanden mehr so richtig wundern: Der Gesamtbetrag jener Anleihen mit Renditen unter null nähert sich seinem bisherigen Hoch. Das erreichte er im August 2019 bei satten 16,8 Billionen US-Dollar. Zuletzt lag er mit 16,5 Billionen Dollar knapp darunter (Stand: 21. Oktober 2020). Zum Vergleich: Die USA sind in diesem Jahr mit etwa 27,3 Billionen Dollar verschuldet.

Chart vergrößern (Quelle: Federated Hermes)

Wie schnell sich die Renditewüste in den vergangenen Jahren ausbreitete, zeigt eine Grafik aus dem Hause der Investmentgesellschaft Federated Hermes. Wobei der negativ rentierliche Berg im Corona-Frühjahr zunächst kräftig schrumpfte. Grund dafür sind Anleger, die aus Risikoanleihen flohen und in Staatsanleihen Schutz suchten. Das ließ die Renditen von Unternehmens- und nicht ganz so hochwertigen Staatsanleihen steigen – nicht wenige wieder über null.

„Seitdem wuchs die Menge negativ verzinster Anleihen wieder, weil sich die Kreditmärkte erholten, mehr gespart wurde und langfristige Anlagen in Anleihen umgeschichtet wurden“, kommentiert Senior-Kreditportfoliomanager Andrey Kuznetsov.

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