Die deutsche Niederlassung des globalen Rückversicherers Scor setzt auf Künstliche Intelligenz (KI), um zukünftig Leistungsfälle in der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zu prüfen. Ziel sei es, Leistungsanträge erheblich schneller bearbeiten zu können und gleichzeitig aber auch die Qualität der Prüfung deutlich zu verbessern.
Hierzu startet Scor jetzt ein erstes Pilotprojekt mit dem IT-Dienstleister DGTAL, der unstrukturierte Versicherungsdaten verarbeitet und ein Sprachmodell speziell für Versicherungen trainiert hat. Die KI-Plattform Driller von DGTAL ermögliche es den Nutzern, riesige Datenmengen zu durchforsten, um Muster und Trends zu erkennen.
Das KI-System soll diese automatisierten Prozesse aber auch mit menschlichem Fachwissen verbinden: Die von der KI geprüften Fälle würden hierfür den Mitarbeitern entscheidungsreif vorgelegt. So könnte sich das Fachpersonal „auf sinnvollere und menschenzentrierte Tätigkeiten konzentrieren können“, heißt es vom Unternehmen.
Automatisierte Prozesse und Fachwissen
„Wir möchten in Zukunft die vorhandenen Ressourcen mithilfe von KI besser nutzen können“, erklärt Thomas Trompetter, der den Scor-Kundenservice in Zentraleuropa leitet. „Das Versicherungsgeschäft ist sehr dokumentenlastig und wird daher enorm von KI profitieren“, erwartet auch DGTAL-Chef Arndt Gossmann.
Denn: „Das Schadenmanagement in der Berufsunfähigkeitsversicherung ist sehr komplex“, so Gossmann weiter. Digitalisierte Prozesse könnten die Effizienz bei der Schadenbeurteilung steigern. KI-Systeme hätten damit das Potenzial, die BU-Angebote der Versicherer in den kommenden Jahren langfristig rentabler werden zu lassen.


