Wie lange stimmt die Chemie?

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Nach zum Teil desaströsen Zahlen aus dem Bankgewerbe stellen sich Anleger die Frage, welche Branche als Nächstes stolpern könnte. Die zweite Baustelle hat sich schnell in der Automobilwirtschaft aufgetan: Die Absatzzahlen sind eingebrochen. Nicht nur in den USA mahnt die Krise Verbraucher zur Sparsamkeit. Außerdem sorgt natürlich die enge Verzahnung zwischen Finanzbranche und Autowirtschaft dafür, dass hier der nächste Dominostein gefallen ist. Und dieser könnte wiederum den nächsten Stein ins Wanken bringen: die Chemie. Denn in Autos stecken Kunststoffe, Lack- und Lederfarben – also jede Menge Chemie. Selbst die gefallenen Rohstoffpreise werden als Hiobsbotschaft für die Chemie gelesen. Zwar verringern sich damit die Produktionskosten, doch der Margendruck steigt. Denn auch die Kunden wissen, dass die Preise sinken. Bislang allerdings haben die großen Konzerne kaum Schwäche gezeigt. Dabei profitiert Bayer vor allem vom starken Pharma-Standbein. BASF steht wegen der guten Geschäfte bei Gas und Öl auch gut im Futter. Wacker Chemie profitiert von der Silizium-Nachfrage der Solarindustrie. Trotzdem wird die Krise wohl nicht spurlos an der Chemie vorbeigehen. Fondsmanager klopfen gerade so manches Depot auf seine Rezessions-Resistenz ab. 

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