LinkedIn DAS INVESTMENT
Suche
in FondsLesedauer: 8 Minuten

Gewinne durch Marktbewegungen Managed-Futures-Strategien: „CTAs liefern in Rezessionsphasen die beste Rendite“

Steeve Brument und eine Achterbahn
Steeve Brument und eine Achterbahn: Warum CTAs von Aufwärts- als auch Abwärtstrends profitieren, erklärt der Spezialist für Multi-Asset-Strategien bei Candriam. | Foto: Candriam / Hannah Ritzmann mit Canva

Geopolitische Krisen, erhöhte Volatilität, schwaches Wirtschaftswachstum, steigende Zinsen: Im aktuellen Umfeld braucht es Instrumente, die Portfolios vor Börsenturbulenzen schützen und in jedem Marktumfeld Renditen erzielen – egal, in welche Richtung sich traditionelle Anlageklassen bewegen. Sogenannte Commodity Trading Advisors (CTAs) sollen das leisten. Aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften erfreuen sich diese Instrumente zunehmender Beliebtheit.

Doch wie funktionieren CTAs, wie verhalten sie sich in verschiedenen Krisen und Marktphasen – und wie wirken sie sich als Beimischung auf Portfolios aus?  

Unkorrelierte Renditen

CTAs sind Managed-Futures-Strategien – in der Regel Absolute-Return-Fonds, denen meist Trendfolgestrategien zugrunde liegen: Sie nutzen Algorithmen, um Trends auf den Märkten zu erkennen und auf deren Grundlage über Futures-Kontrakte, Optionen und Forward-Kontrakte Long- oder Short-Positionen einzugehen. Wenn ein Markt beispielsweise einen klaren Aufwärtstrend zeigt, legt eine CTA-Strategie automatisch eine Long-Position in diesem Markt an. Bei einem Abwärtstrend werden dagegen Short-Positionen eingegangen. Diese Art von Engagement ist sowohl auf den Aktien-, als auch an den Anleihe-, Rohstoff- und Devisenmärkten möglich.

Dank dieser Vorgehensweise zeigen CTAs eine Performance, die nicht mit den konventionellen Anlageklassen korreliert und damit von den breiten Märkten abgekoppelt ist. So liegt beispielsweise die 10-Jahres-Korrelation von CTAs mit anderen wichtigen Anlageklassen wie Aktien, Anleihen oder Rohstoffen zwischen 0,07 und 0,34.

Korrelation von CTA-Strategien (Barclay CTA Index) mit den wichtigsten traditionellen Anlageklassen

Korrelation von CTA-Strategien (Barclay CTA Index) mit den wichtigsten traditionellen Anlageklassen
Korrelation von CTA-Strategien (Barclay CTA Index) mit den wichtigsten traditionellen Anlageklassen. © Candriam

Diese entsteht zum einen dank der breiten Diversifizierung von CTAs über eine Reihe unterschiedlicher Assetklassen und zum anderen, weil Managed-Futures-Strategien im Gegensatz zu manchmal emotionalen Anlegern keine Panikkäufe oder -verkäufe tätigen – vielmehr machen sie sich Preisanomalien zunutze, wenn Investoren etwa aus einem Herdeneffekt heraus Assets kaufen oder verkaufen.

 

Schutz in Krisen

CTAs können sich zudem in volatilen Märkten behaupten. Das zeigt ein Blick auf ihre Entwicklung in Zeiten großer Krisen wie dem Platzen der Dotcom-Blase 2000, der globalen Finanzkrise 2007 bis 2009 oder dem Covid-Crash 2020. Im Vergleich zu andern Anlageklassen blieben CTAs stets im positiven Bereich – während vor allem Aktien, aber auch andere Assetklassen wie Gold oder Anleihen teilweise starke Verluste erlitten.

Die Performance von CTAs und weiterer ausgewählter Anlageklassen in Krisen

Die Performance von CTAs und weiterer ausgewählter Anlageklassen in Krisen
Die Performance von CTAs und weiterer ausgewählter Anlageklassen in Krisen. © Candriam

Denn: CTAs profitieren von Marktbewegungen, und dabei spielt es keine Rolle, ob die Märkte steigen oder abstürzen. Dank dieser Fähigkeit, sowohl von Aufwärts- als auch von Abwärtsbewegungen in einem breiten Spektrum von Anlageklassen zu profitieren, haben CTAs seit ihrer anfänglichen Entwicklung und Verbreitung beständig positive Renditen erzielt. Ein Beispiel: Im Jahr 2022 verzeichnete der Barclays CTA Index eine Rendite von 7,1 Prozent, während der MSCI World TR in dieser Zeit ein Minus von 18,1 Prozent aufwies.

Gewinne bei steigenden Zinsen

Ebenso weitestgehend abgekoppelt sind CTAs auch vom Zinsumfeld – sie liefern sowohl in Phasen steigender als auch in Phasen sinkender und gleichbleibender Zinsen eine positive Rendite. Dabei fällt auf: Bei steigenden Zinsen lag die durchschnittliche monatliche Rendite von CTAs bei knapp über ein Prozent, bei fallenden Zinsen erzielte der Index etwa 0,75 Prozent Rendite, wohingegen diese bei gleichbleibenden Zinsen mit knapp 0,6 Prozent am niedrigsten war.

 

Der Grund: Zinsänderungen rufen starke Marktbewegungen und Kursänderungen hervor, die CTAs sich zunutze machen – sie enthalten in ihren Handelsmodellen auch Anleihen- und Zins-Futures. In einem Umfeld steigender Zinsen gehen die Anleihekurse zurück und CTAs, die Short-Positionen in Anleihe-Futures eingehen, können profitieren.

Eine solche Entwicklung konnten wir kürzlich auf dem Anleihemarkt beobachten, als die Zentralbanken die Leitzinsen drastisch anhoben. Hinzu kommt, dass Zinsschritte die Renditekurve invertieren und oft auch andere Trends in Gang setzen, beispielsweise Währungsbewegungen. CTAs können diese Trends ebenfalls erkennen und über eine entsprechende Positionierung weitere Gewinne erzielen. Das Gleiche gilt für eine Lockerung der Geldpolitik mit ihren zahlreichen Folgen. Das ist auch der Grund, warum die Renditen von CTAs in Phasen sinkender und steigender Zinsen höher sind als in Phasen gleichbleibender Zinsen.

1.200% Rendite in 20 Jahren?

Die besten ETFs und Fonds, aktuelle News und exklusive Personalien erhalten Sie in unserem Newsletter „DAS INVESTMENT Daily“. Kostenlos und direkt in Ihr Postfach.

Wertentwicklung des Barclay CTA Index seit 1980 in unterschiedlichen Zinsumfeldern 

Wertentwicklung des Barclay CTA Index seit 1980 in unterschiedlichen Zinsumfeldern
Wertentwicklung des Barclay CTA Index seit 1980 in unterschiedlichen Zinsumfeldern. © Candriam

Outperformance während Rezessionen

Auch wenn Managed Futures in der Regel in verschiedenen Marktumfeldern positive Renditen erwirtschaften, sind es am Ende die verschiedenen Trends, die durch den Wandel des Konjunkturzyklus entstehen, die ihre Performance antreiben.

Je nachdem, ob sich die Wirtschaft in einer Rezession, Erholung, Expansion oder in der Hochkonjunktur befindet, werden verschiedene Anlageklassen unterschiedlich nachgefragt, ihre Kurse bewegen sich in entgegengesetzte Richtungen, Notenbanken und Regierungen erweitern oder kürzen die geldpolitische Unterstützung oder Stimuli, Währungen bewegen sich auf und ab. Das alles erzeugt Trends, die Managed-Futures-Strategien erkennen und entsprechend nutzen.   

Das zeigt sich auch, wenn man die Rendite von CTAs in verschiedenen Marktphasen betrachtet und mit anderen Anlageklassen vergleicht. Dazu haben wir die durchschnittliche monatliche Entwicklung von:

  • Aktien (MSCI World Net Total Return USD Index),
  • Anleihen (Bloomberg Barclays US Aggregate Bond Index),
  • Gold und
  • CTAs (BarclayHedge CTA Index) in den vier Konjunkturphasen zwischen 1980 und Juni 2023 untersucht.

Das Ergebnis: Aktienkurse steigen vor allem in Bullenmärkten, fallen aber auch am tiefsten, wenn eine Rezession eintritt. Anleihen bringen vor allem in Phasen der Hochkonjunktur und während Rezessionen Renditen ein, während Gold gerne als sicherer Hafen bei Krisen genutzt wird. Dabei liefern CTAs vor allem in Rezessionsphasen die beste Rendite – und eignen sich somit vor allem dazu, Portfolios gegen Risiken abzusichern.

Die durchschnittliche Monats-Performance der Hauptanlageklassen in den vier Phasen des Konjunkturzyklus zwischen 1980 und Juni 2023

Durchschnittliche Monats-Performance der Hauptanlageklassen in vier Phasen des Konjunkturzyklus 1980 bis Juni 2023
Durchschnittliche Monats-Performance der Hauptanlageklassen in vier Phasen des Konjunkturzyklus 1980 bis Juni 202.: © Candriam
 

CTAs verbessern Portfoliokennzahlen

Dank all dieser Eigenschaften kann eine Teilallokation in Managed Futures das Risiko-Rendite-Profil von ausgewogenen Portfolios verbessern. Setzen wir ein „traditionelles“ Modellportfolio aus 60 Prozent Aktien (MSCI World Total Return Index) und 40 Prozent Anleihen (Bloomberg Barclays Global-Aggregate Total Return Index) einem Portfolio gegenüber, das zusätzlich 30 Prozent CTAs (Barclay CTA Index) enthält, zeigt sich: Eine Beimischung von Managed Futures hätte die Verluste in vergangenen Markt-Crashs gesenkt. Während das 60/40-Portfolio im Jahr 2001 (Dotcom-Blase) 20 Prozent und im Jahr 2008 (Lehman-Krise) 35 Prozent an Wertverlust erlitt, wäre dieser Verlust durch die Beigabe von CTAs auf 10 Prozent beziehungsweise 22 Prozent gesunken.

Auch die wesentlichen Ertragsmerkmale eines ausgewogenen Portfolios verbessern sich, wenn man Managed-Futures-Strategien hinzufügt: Die Volatilität und die Verluste werden deutlich reduziert, während sich gleichzeitig die risikobereinigten Renditen im Vergleich zum herkömmlichen Modellportfolio verbessern.

Performance CTAs, ausgewogenes Portfolio (Ref. Ptf.), und alternatives Portfolio mit einer Beimischung CTAs (Alt. Ptf.)

Performance CTAs (CTA), ausgewogenes Portfolio (Ref. Ptf.), und alternatives Portfolio mit einer Beimischung CTAs (Alt. Ptf.)
Performance CTAs (CTA), ausgewogenes Portfolio (Ref. Ptf.), und alternatives Portfolio mit einer Beimischung CTAs (Alt. Ptf.). © Candriam

Über den Autor:

Steeve Brument ist Leiter für quantitative Multi-Asset-Strategien bei Candriam. Er ist seit über 20 Jahren bei dem Vermögensverwalter tätig.

 

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

Danke für Ihre Bewertung
Leser bewerteten diesen Artikel durchschnittlich mit 0 Sternen
PDF nur für Sie. Weitergabe? Fragen Sie uns.
Tipps der Redaktion