„Beunruhigende Höhen“ Wie sehr die Aktienkurse aus dem Ruder laufen

Die Technologie-Hörigkeit nimmt an der Börse inzwischen bereits absurde Züge an. Neu-Ankömmlinge, die eine App betreiben, sind zuweilen mehr wert als ganze Großkonzerne. Wie weit das Spiel mittlerweile gelaufen ist, und was das mit den Aktienbewertungen gemacht hat, hat sich Maximilian Kunz angesehen.

Im ersten Schritt verglich der Senioranalyst und Zahlenfreund von HQ Trust sechs wichtige Investmentstile miteinander – aber auch mit der eigenen Bewertungshistorie. Im zweiten Schritt berechnete er die sogenannte Bewertungsdispersion: die Differenz zwischen den Bewertungen der Aktien. Anhand der Preis-Cashflow-Werte ermittelte er, wie stark die 25-Prozent-teuerste von der 25-Prozent-günstigsten Aktie abweicht. Damit schnitt er oben und unten einen Teil der Unternehmen ab, um Extremwerte von Ausreißern zu vermeiden.

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Zunächst seine grundlegenden Erkenntnisse:

  • Seit 2009 steigen die Bewertungen verschiedener Investmentstile wie Growth, Momentum und Qualität kontinuierlich – einige haben längst Höchststände erreicht.
  • Die Coronakrise hat den Effekt noch einmal deutlich verstärkt: Vor allem die Bewertungen bei Momentum und Growth sind zuletzt in beunruhigende Höhen gestiegen.
  • In der Historie waren solche Ausdehnungen immer wieder ein Anzeichen für eine Blase.
  • Ein gegenläufiges Bild sieht man bei Value und Nebenwerten: Obwohl sie seit März 2020 wieder gestiegen sind, sind die Aktien im Mittel günstiger als 2017.

Und nun noch konkret zur Bewertungsdispersion:

  • Besonders deutlich gehen die Bewertungen bei Momentum und Growth auseinander.
  • Bei Growth bezahlen Anleger für die 25 Prozent teuerste Aktie rund 46 Euro mehr je Euro an Cashflow als für die 25 Prozent günstigste Aktie. Im Momentum sind es sogar knapp 60 Euro mehr.

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