Das jüngste Ruckeln an den globalen Börsen scheint längst vergessen, der MSCI World Index steht kurz davor, sein Rekordhoch vom Juli wieder zu erreichen. Und das trotz der Zinserhöhungen der letzten Jahre.
Das zeigt einmal mehr: Die Aktienmärkte haben sich von der Entwicklung der Geldmenge entkoppelt. „Seit einem Jahr laufen die Aktienmärkte der Geldmenge der großen Zentralbanken davon“, analysiert auch Johannes Müller von der DWS.
Was bedeutet das?
- Die Aktienmärkte scheinen weniger abhängig von billigem Geld zu sein.
- Sie erreichen neue Höhen trotz steigender Zinsen.
- Der bisherige Gleichlauf von Aktienmärkten und Geldmenge löst sich auf.
Der DWS-Experte warnt: „Die Aktienmärkte dürften in den kommenden Jahren zumindest weniger Rückenwind von der Geldmenge erhalten als zuletzt.“
Blick in die Zukunft
Die Geldmengen der großen Zentralbanken (USA, Eurozone, UK, Japan) werden voraussichtlich langsamer wachsen, so Müller. Zumal eine verhaltene Kreditnachfrage sogar auf noch weniger Impulse hindeutet.
Die DWS sieht deshalb Herausforderungen: „Vom Wirtschaftswachstum erwarten wir uns 2024 und 2025 keine großen Sprünge. Die geringere Anzahl an Treibern macht es für uns deshalb schwierig, davon auszugehen, dass die Bäume an den Aktienmärkten in den Himmel wachsen werden.“

