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Preisschocks und Engpässe drohen Energiewende treibt Nachfrage nach Metallen in die Höhe

Von Aktualisiert am in UnternehmenLesedauer: 4 Minuten
Mitarbeiter einer Bergbaufirma
Mitarbeiter einer Bergbaufirma: Lithium, Nickel, Kobalt und Seltene Erden sind gefragter denn je – Grund sind Technologien wie der Elektroantrieb. | Foto: imago images / ITAR-TASS

Der russische Einmarsch in die Ukraine hatte erhebliche Auswirkungen auf die Rohstoffmärkte, nicht zuletzt auch auf die Metallmärkte. So war zum Beispiel der Preis für Nickel in der ersten Jahreshälfte so hoch wie zuletzt 2007. Solche Preisschocks zeigen bereits Auswirkungen. Die hohen Preise werden aber auf Märkten wie Europa in Zukunft noch stärker spürbar sein, da Rohstoffe bei der kohlenstoffarmen Energiewende eine wichtige Rolle spielen. Davon betroffen sind vor allem Metalle, die in Batterien verwendet werden – so beispielsweise Nickel und Seltenerdmetalle, deren Nachfrage kontinuierlich steigt.

Die Rolle kohlenstoffarmer Energietechnologien als Haupttreiber der künftigen Metallnachfrage ist Gegenstand einer neuen, im Auftrag von Eurométaux durchgeführten Studie der Universität Leuven. Der Bericht untersucht den Metallbedarf für die Energiewende und konzentriert sich auf Nichteisen-Basismetalle und Silizium, sowie auf Lithium, Nickel und Kobalt und ebenso auf Seltenerdmetalle wie Dysprosium, Neodym und Praseodym.

Die Studie stützt sich auf das am Pariser Abkommen orientierte Szenario für nachhaltige Entwicklung (SDS) der Internationalen Energieagentur (IEA), um den entsprechenden Bedarf der kohlenstoffarmen Energietechnologien vorherzusagen. Für die untersuchten Metalle wird eine weltweite jährliche Nachfrage von 75 Millionen Tonnen (Mt) bis 2050 prognostiziert, was einem Anstieg von 67 Prozent entspricht. Dies wird voraussichtlich zu Versorgungsengpässen führen.

Elektroautos und Photovoltaik sind Haupttreiber

Elektroautos werden bis 2050 mit einem Anteil von 50 bis 60 Prozent die Nachfrage am stärksten antreiben, gefolgt von Stromnetzen und der Photovoltaik-Produktion mit 35 bis 45 Prozent. Dabei werden 80 Prozent der weltweiten Nachfrage auf die fünf Metalle Aluminium, Kupfer, Lithium, Nickel und Zink fallen. Laut Eurométaux übersteigt der für 2030 erwartete Bedarf an Kupfer, Lithium und Nickel sowie an Seltenen Erden die derzeitigen Kapazitäten. Dabei dürfte sich die Situation gegen Ende der 2020er Jahre deutlich verschärfen.

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Es gilt zu berücksichtigen, dass auch mehrere Nebenprodukte von Nichtedelmetallen wie Tellur, Iridium, Scandium, Gallium, Germanium und Indium in unserer Wirtschaft eine Schlüsselposition einnehmen werden. Die erwartete erhöhte Nachfrage könnte jedoch durch eine begrenzte Produktion der Grundmetalle gebremst werden.

Tabelle: Prozentsatz der 2050 weltweit benötigten Metallmengen für saubere Technologien im Vergleich zur globalen Nachfrage 2020

>> Tabelle vergrößern

Der Bericht schätzt, dass bis 2050 der Lithiumverbrauch für Europa 600 bis 800 Kilotonnen (kt) erreichen wird, was 3.500 Prozent des heutigen Bedarfs entspricht – bezüglich der Versorgung eine riesige Herausforderung. Zwar könnten die eigenen Ressourcen bis im Jahr 2030 5 Prozent bis 55 Prozent des europäischen Verbrauchs decken, jedoch stoßen neue Bergbauprojekte dabei auf zahlreiche Hindernisse.

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