4 Vermögensprofis erläutern Wie stellen Sie sich angesichts der Inflationssorgen auf?

„Sehen dem Treiben entspannt zu“

„Sehen dem Treiben entspannt zu“
Herrmann Ecker ist Vermögensverwalter bei Bayerische Vermögen Management aus Bad Reichenhall.

Herrmann Ecker, Bayerische Vermögen:

„Die anziehende Inflation ist zumindest teilweise pandemiebedingt niedrigen Basiseffekten geschuldet. In der gegenwärtigen Schärfe ist sie mit einiger Sicherheit nur temporär. Eine gewisse Aufmerksamkeit sollte man dem Thema widmen, für Panik besteht aber kein Anlass. Einzelne Kunden sprechen das Thema interessehalber an. Sie teilen aber letztlich unsere Einschätzung. 

Unsere Strategien sind grundsätzlich nach qualitativen Merkmalen ausgerichtet. Aktien mit vernünftiger Bewertung, bester Qualität hinsichtlich Bilanz, Geschäftsmodell, Produktmix sowie Preissetzungsmacht gehören üblicherweise zu den Profiteuren in Phasen realer Minuszinsen. Also auch bei anziehender Inflation. Wir sehen daher keinen Anlass, unsere Strukturen zu verändern, behalten circa 20 Prozent Liquidität bei und sehen dem Treiben entspannt zu. In diesem Kontext aufkommende Unsicherheit würden wir nutzen und ausgewählte Qualitätstitel kaufen, die wir „auf dem Zettel“ haben, die uns aber im Moment noch zu teuer erscheinen.

Liquidität nutzen wir als strategische Reserve für Marktphasen mit erhöhter Unsicherheit, um günstig investieren zu können. Unsere Bankpartner dulden eine für unsere Strategien ausreichende Höhe liquider Mittel, ohne Minuszinsen zu berechnen. Sollten die Grenzen temporär überschritten werden, sind eventuelle Minuszinsen zu akzeptieren. Sie fallen aber im Vergleich zu den Chancen, die sich an den Märkten bieten, kaum ins Gewicht.“

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