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9 Vermögensverwalter schätzen ein Wie viel Nachhaltigkeit steckt in nachhaltigen ETFs?

„Rechtlich korrekt, aber für mich ist es Greenwashing“

„Rechtlich korrekt, aber für mich ist es Greenwashing“ | © Geneon
Andreas Enke ist Vorstand bei Geneon Vermögensmanagement. | Foto: Geneon

Andreas Enke, Geneon:

„Der Inhalt nachhaltiger ETFs hält eigentlich nie, was die Verpackung verspricht. Denn ESG oder Nachhaltigkeit suggeriert eine Geldanlage mit ökologischen, ethisch-sozialen Kriterien. Der Anleger erwartet dann nach meinen Erfahrungen ein Portfolio von Unternehmen, die anders sind: innovative Unternehmen, die sich den Herausforderungen unserer Zeit aktiv stellen und dadurch bessere ESG-Merkmale haben.
ETF-Anbieter filtern in der Regel nur umstrittene Unternehmensbereiche heraus, etwa Atomwaffen oder Unternehmen, deren Geschäft auf Kohle basiert. Der einzige Unterschied zum normalen ETF ist dann, dass einige wenige Unternehmen fehlen. Neu hereingenommen wird nichts. Der nachhaltige ETF hat einfach weniger Unternehmen im Portfolio!

Wichtige Kriterien für Nachhaltigkeit fehlen außerdem meist: Klassische Rüstungsunternehmen, Kernenergie oder grüne Gentechnik werden oft gar nicht ausgeschlossen – oder erst ab einer Umsatzgrenze von 30 Prozent. Ausschluss von Thermalkohle bedeutet, dass Unternehmen wie BP im Nachhaltigkeits-ETF bleiben, da „fossile Brennstoffe“ ja nicht gemeint seien. Die wenigsten Anleger dürften das erwartet haben.
Von Nestle über Siemens, Total, Rio Tinto, BP, BASF, UBS, VW – der Nachhaltigkeits-ETF hat sie alle im Portfolio. Wie der normale ETF. Ein Beispiel: Ein ETF wird für Anleger empfohlen, die „die umstrittene Unternehmensbereiche herausfiltern und gleichzeitig ein Risikoprofil behalten wollen, das ähnlich ist wie das von herkömmlichen Benchmarks“. Das mag rechtlich korrekt formuliert sein - aber für mich ist das Greenwashing!

Nebenbei gibt es übrigens viele aktiv verwaltete Nachhaltigkeitsfonds, deren Performance die des entsprechenden ETF sogar schlägt.“

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