Zu Beginn des Investierens herrscht unter vielen Einsteigern oftmals der Irrglaube, unbedingt in zehn bis 15 ETFs investieren zu müssen, um eine gute Diversifikation zu erlangen. Das ist übertrieben. Was sich über die optimale Anzahl an ETFs sagen lässt. 

Wie viele ETFs benötigen Anleger in ihrem Depot?

Für den Start rät Finanzexpertin Anke Pauli: „Dadurch, dass viele Indizes bereits eine Vielzahl von Ländern, Regionen und Branchen abdecken, reichen in der Regel zwei bis drei ETFs aus.“

Wovon hängt die Anzahl der ETFs ab?

Jede Person, die am Kapitalmarkt in ETFs oder in andere Finanzprodukte investiert:

  • hat unterschiedlich lang Zeit, auf die Erträge zu warten, also einen anderen Anlagehorizont
  • andere Anlageziele wie die eigene Altersvorsorge aufzubessern, einen Urlaub oder eine Weiterbildung zu finanzieren
  • und vor allem eine unterschiedliche Risikotoleranz.

Unterschiedliche Ziele und Risikoprofile haben Einfluss darauf, wie viele ETFs ein Anleger braucht und welche Indizes diese abbilden sollten. Denn: Die ETFs müssen am Ende immer zum Anleger passen. Die eine allgemeingültige Lösung gibt es nicht. 

Welche Länder benötige ich in meinem Depot?

Es ist wichtig, dass die ETF-Auswahl möglichst viele Firmen aus unterschiedlichen Ländern abdeckt, das Portfolio also diversifiziert ist.

Eine Regel, die viele Experten Anlegern raten, ist das Depot zu 70 Prozent aus Industrieländern und zu 30 Prozent aus Schwellenländern zusammenzustellen. 

Am einfachsten geht das mit breit gestreuten Indizes, sogenannten Welt-ETFs. Diese investieren in Firmen auf der ganzen Welt. Mit einem Investment in den bekannten MSCI-World-Aktienindex investiert der Anleger beispielsweise in über 1.000 Firmen. Diese Firmen decken 85 Prozent der Marktkapitalisierung aus 23 Industrienationen ab. Im MSCI World dominieren amerikanische Unternehmen mit einem Anteil von rund 70 Prozent. Firmen aus dem Bereich IT kommen auf einen Anteil von rund 30 Prozent.

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Der MSCI World sollte deswegen mit ETFs ergänzt werden, welche die Schwellenländer abbilden. Als alternative Anlage bietet sich der FTSE All-World an. Der Welt-ETF bildet sowohl Industrie- als auch Schwellenländer ab. Er enthält über 4.000 Firmen aus annähernd 50 Industrie- und Schwellenländern. Damit bildet der FTSE All-World rund 95 Prozent der Marktkapitalisierung ab. 

Mehr Infos zur Auswahl des passenden Welt-ETFs gibt es hier. 

Welche Anlageklassen brauche ich in meinem Depot?

Eine Anlageklasse bezeichnet eine Gruppe von Vermögenswerten mit ähnlichen Eigenschaften, Risiken und Ertragsquellen – etwa Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder Edelmetalle. Der Vorteil einer Mischung: Die einzelnen Anlageklassen reagieren unterschiedlich auf wirtschaftliche Entwicklungen, Zinsänderungen oder Krisen, wodurch sich Schwankungen im Gesamtdepot abfedern lassen. Neben Aktien-ETFs auf verschiedene Länder und Regionen lohnt sich für viele Anlegerinnen und Anleger daher ein Blick auf Anleihe- und Rohstoff-ETFs. 

Anleihe-ETFs bieten in der Regel stabilere, aber niedrigere Erträge als Aktien-ETFs und wirken in Abschwungphasen oft ausgleichend. Anleihen sind fest verzinsliche Wertpapiere, die das Recht auf Rückzahlung des ursprünglich investierten Betrags sowie die Zahlung eines festen Zinssatzes verbriefen. In einem Anleihe-ETF werden zahlreiche Staats- oder Unternehmensanleihen gebündelt.

Rohstoff-ETFs – etwa auf Öl, Metalle oder Agrarrohstoffe – können in Phasen von Lieferengpässen von den gestiegenen Preisen profitieren, während andere Unternehmen dadurch unter Druck stehen. 

Gold-ETFs oder physisch hinterlegte Goldprodukte gelten traditionell als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten. Denn der Goldpreis korreliert meist wenig mit der Entwicklung an den Aktienmärkten. Zudem hat Gold als Edelmetall einen eigenen physischen Wert.

Eine reine Streuung über Aktien aus verschiedenen Ländern – etwa über den MSCI World oder den FTSE All-World – deckt also nur einen Teil der möglichen Diversifikation ab. Wer zusätzlich Anleihen, Rohstoffe oder Gold beimischt, streut das Risiko über verschiedene Ertragsquellen und Marktzyklen hinweg und macht das Depot insgesamt widerstandsfähiger.

Welche ETFs sollten vorsichtige Anleger im Depot haben?

Vom Begriff Aktien ergrauen die Haare? Dann könnte unser Musterdepot für vorsichtige Einsteiger eine Inspiration für Sie sein. Vollständig auf Aktien zu verzichten, ist zwar auch für vorsichtige Anleger oder ältere Personen nicht empfehlenswert. Aber der Aktienanteil in diesem Musterdepot ist deutlich reduziert. Die Depotbausteine sind eher defensiv. 

Neben Wandelanleihen sind beispielsweise auch Schuldtitel mit Inflationsschutz, defensive Aktien oder Dividendenaktien, deren Kurse in der Regel weniger stark schwanken, dabei.

Weitere Informationen
Quelle Fondsdaten: FWW 2026

 

Das sind die drei beispielhaft ausgewählten ETFs mit ISIN und ihrem prozentualen Anteil in Klammern:

  1. iShares Edge MSCI EM Minimum Volatility ETF (IE00B8KGV557, 30 Prozent)
  2. SPDR S&P Global Dividend Aristocrats ETF (IE00B9CQXS71, 25 Prozent)
  3. SPDR MSCI World Consumer Staples ETF (IE00BYTRR756, 15 Prozent)
  4. Xtrackers II Global Government Bond ETF 1C - EUR H (LU0378818131, 17 Prozent)
  5. SPDR FTSE Global Convertible Bond ETF CHF Hdg Acc (IE00BDT6FS23,13 Prozent)

Welche ETFs sollten normale Anleger im Depot haben?

Weder Zocker, noch sehr vorsichtig? Dann könnte das „Normalo“-Musterdepot inspirieren.

Als Basis für den Vermögensaufbau haben wir ein Beispieldepot mit Aktien, Anleihen und Rohstoffen zusammengestellt.

Weitere Informationen
Quelle Fondsdaten: FWW 2026

Das sind die drei beispielhaft ausgewählten ETFs mit ISIN und ihrem prozentualen Anteil in Klammern:

  1. SPDR ACWI IMI ETF (IE00B3YLTY66, 70 Prozent)
  2. iShares High Yield Corp Bond ETF (IE00BYXYYL56, 15 Prozent)
  3. L&G Multi-Strategy Enhanced Commodities ETF (IE00BFXR6159, 15 Prozent)

Welche ETFs sollten mutige Anleger im Depot haben?

Ein Depot mit niedrigem bis mittlerem Risiko ist zu langweilig? Dann könnte das dritte Musterdepot inspirieren.

Weitere Informationen
Quelle Fondsdaten: FWW 2026

Diese fünf ETFs sind Beispiele für eine riskofreudigere Verteilung:

  • Ossiam Shiller Barclays CAPE Global Sector Value ETF (LU2555926372, 20 Prozent)
  • iShares MSCI India UCITS ETF USD (Acc) (IE00BZCQB185, 20 Prozent)
  • iShares MSCI Saudi Arabia Capped UCITS ETF USD (Acc) (IE00BYYR0489, 20 Prozent)
  • L&G Clean Energy ETF (IE00BK5BCH80, 20 Prozent)
  • iShares MSCI World Health Care Sector Advanced ETF USD (Dist) (IE00BJ5JNZ06, 20 Prozent)

Aber Vorsicht: Dieses fortgeschrittene Depot für risikofreudigere Anleger erfordert etwas mehr Aufwand. Denn bei Branchen- und Themeninvestments muss regelmäßiger nachjustiert werden. Außerdem kann es sich lohnen, von Zeit zu Zeit Gewinne abzuschöpfen.

Detaillierte Informationen zu den Musterdepots und weitere Tipps zu ETFs finden sich auch hier.