Übersicht darüber, welchen Anteil ETFs an den Beständen von Großanlegern ausmachen. Foto: Trackinsight

Umfrage unter Großanlegern

Wie weit ETFs inzwischen verbreitet sind

Börsengehandelte Indexfonds (ETFs) sind bei Großanlegern derzeit stark angesagt. Ein Ein großer Teil von ihnen will Bestände weiter aufstocken. Das zeigt die „Global ETF Survey 2021“ des Hauses Trackinsight, eine Umfrage unter 373 Profi-Anlegern beziehungsweise Fondsselekteuren aus 18 Ländern mit 347 Milliarden Dollar in ETFs. 77 Prozent der Befragten sitzen in der Region Europa, Nahost, Afrika (Emea).

Die Umfrage legt nahe, dass die Großanleger ihre ETF-Bestände schon massiv aufgestockt haben. Hatte im Vorjahr lediglich gut jeder dritte Befragte (36 Prozent) mehr als 40 Prozent des verwalteten Vermögens in ETFs, sind es in diesem Jahr schon 67 Prozent. Die Zahl derer ganz ohne ETFs sank hingegen von 6 auf 4 Prozent.

Anteile der Portfolios, die in ETFs liegen (Quelle: Trackinsight), Grafik vergrößern

Und offenbar soll der Trend zumindest noch ein bisschen weitergehen. 31 Prozent der Befragten wollen ihre ETF-Positionen weiter ausbauen, lediglich 7 Prozent wollen sie abbauen. Allerdings deutet sich damit ein gewisses Sättigungsgefühl an. Denn im Vorjahr wollten noch 60 Prozent mehr ETF-Anteile kaufen und nur 4 Prozent verkaufen.

Fragt sich noch, in welchen Anlageklassen das Geld liegt. Und hier sind es vor allem Aktien. 55 Prozent der Befragten haben mehr als 40 Prozent ihrer Portfolios in Aktien-ETFs liegen. Generell besitzen 94 Prozent überhaupt irgendeinen Aktien-ETF. Bei Anleihe-ETFs liegt der Anteil der Nichtbesitzer schon bei 30 Prozent, mit Rohstoff-ETFs bei 46 Prozent und mit Misch-ETFs gar über 62 Prozent.

ETF-Anteile nach Anlageklassen (Quelle: Trackinsight), Grafik vergrößern

Nach den Gründen gefragt, zeigen sich die üblichen Verdächtigen. 84 Prozent der Befragten führen die niedrigen Kosten an, 77 Prozent meinen, mit ETFs einfach streuen zu können, erhöhte Liquidität und Handelbarkeit finden 68 Prozent gut. Außerdem fallen Begriffe wie erhöhte Transparenz (35 Prozent), Steuervorteile (16 Prozent) und sonstiges (3 Prozent).

Außerdem schicken die Studienautoren eine Warnung an aktive Fondsmanager: Immerhin 57 Prozent der Befragten ersetzen deren Produkte durch ETFs. Die Grafik zeigt die weiteren Abschusskandidaten.

Was Großanleger mit ETFs ersetzen wollen (Quelle: Trackinsight), Grafik vergrößern

Die gesamte Studie (englisch, 113 Seiten) können Sie hier kostenlos anfordern.

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