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Versicherungsvertrieb

Wieder Wirbel um Mehmet Göker

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„Hochgeflogen und tief gefallen. Doch jetzt ist Mehmet Göker zurück“, heißt es in der Anmoderation des am Dienstagabend gesendeten TV-Beitrags der NDR-Sendung Panorama - die Reporter. Aktuell plane der ehemalige Chef der insolventen PKV-Vermittlerbetriebs MEG den geschäftlichen Neustart in seiner hessischen Heimat.

Unter dem Namen Finanz Check Rhein-Main mache Göker demnach bereits wieder Geschäfte mit privaten Krankenversicherungen (PKV) hierzulande. Dafür habe er freiberuflich tätige Vermittler angeworben, die teilweise mit rechtswidrigen Methoden PKV-Kunden zu einer sogenannten Tarifoptimierung drängen würden.

Im Fall einer Münchner Rentnerin soll Gökers Vermittler sogar einen Anruf der Allianz vorgetäuscht haben, in dem der Frau zu einem Abschluss geraten wurde. Der Münchner Versicherer erklärt, dass es solche Empfehlungen gar nicht gebe und der Tarifwechsel in der vorgeschlagenen Form auch nicht möglich wäre.

Fingierter Anruf der Allianz?

Ein Vermittler des Göker-Unternehmens bestätigte die Praxis fingierter Anrufe gegenüber den NDR-Reportern. Wenn Kunden zunächst nicht zustimmen, würden sie nach zwei bis drei Tagen angerufen. „Da wird gesagt: 'Hallo, wir sind von der Versicherung, bitte schicken Sie das Mandat zurück'“, erklärt der Zeuge.

Das neue Göker-Konzept sehe außerdem vor, den angerufenen Verbrauchern mit falschen Titeln Seriosität vorzuspielen. Der zuletzt als Vertriebs-Coach tätige Göker selbst gebe sich zum Beispiel als Jurist aus. Einen ehemaligen Vermittler habe er dazu gedrängt, sich in Telefonaten als Doktor zu bezeichnen.

Wir mussten „Omas und Opas über den Tisch ziehen“, so der Aussteiger. Nach seinen Angaben hätten die meisten Angerufenen kein Interesse an einer Tarifoptimierung und fühlten sich belästigt. Die Bundesnetzagentur bestätigte Beschwerden wegen unerlaubter Werbeanrufe gegen Finanz Check Rhein-Main.

Beschuldigte lehnen Kommentar ab

Die Geschäftsräume der Gesellschaft mit beschränkter Haftung in einem Frankfurter Gewerbegebiet wurden nach NDR-Angaben vor einigen Monaten von der Polizei durchsucht. Zudem führe die Frankfurter Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen fünf Beschuldigte wegen gemeinschaftlichen gewerbsmäßigen Betrugs.

Sie sollen über die Firma Geschädigten unter Vorspiegelung falscher Tatsachen den Abschluss günstiger Versicherungen versprochen haben, um hierdurch die vereinbarte Provision zu erhalten. Weder die Verantwortlichen der Finanz Check Rhein-Main noch Göker selbst nahmen zu den Vorwürfen Stellung.

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