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Neil Dwane

Neil Dwane

„Wir erleben eine klassische Bärenmarkt–Rally“

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DAS INVESTMENT.com: Sie sind mit dem Industria deutlich besser in Ihr Jubiläumsjahr gestartet als viele andere europäische Aktienfonds. Was waren die Hauptgründe? Dwane: Für uns hat es sich ausgezahlt, dass wir Finanzwerte nach den frustrierenden Erfahrungen des Jahres 2008 deutlich untergewichtet haben. Zudem haben wir im Rest unseres aus nur rund 60 Unternehmen bestehenden Portfolios eine recht gute Einzeltitelauswahl getroffen, unter anderem im Gesundheitssektor. Wir glauben, dass es auch in den folgenden Monaten sehr stark auf Qualität ankommen wird. DAS INVESTMENT.com: Derzeit machen die Märkte gar nicht diesen Eindruck. Die größten Kursgewinne seit dem Turnaround erzielen Firmen, die als wenig solide gelten. Dwane: Das ist einer der Gründe, warum wir der jüngsten Kurserholung nicht über den Weg trauen. Wir erleben eine klassische Bärenmarkt–Rally, geboren in der überverkauften Situation Anfang März. Ermutigt durch die Wucht der Aufwärtsbewegung sehen viele Kommentatoren das Glas nun plötzlich eher halb voll als halb leer. Doch die Welt außerhalb der Börsensäle ist noch genauso rau wie Anfang März, der nahtlose Beginn eines neuen Bullenmarktes folglich recht unwahrscheinlich. Wer im gegenwärtigen Umfeld Aktien kauft, sollte dies nicht nur im Vertrauen auf weiter steigende Kurse tun. DAS INVESTMENT.com: Sondern? Dwane: Ein sehr wichtiges Kriterium ist die Dividendenrendite. Bezogen auf den aktuellen Aktienkurs zahlen einige der vielleicht besten Unternehmen Europas 7 bis 9 Prozent, während Staatsanleihen teilweise mit weniger als 3 Prozent rentieren. Das macht die Entscheidung für das Richtige relativ leicht. Natürlich muss sichergestellt sein, dass die Dividende nicht nur in diesem, sondern auch noch in den nächsten Jahren fließt. Bei solide aufgestellten Firmen wie BASF, Eon, RWE oder auch den meisten Telefongesellschaften scheint die wirtschaftliche Basis dafür jedoch allemal gegeben. Hinzu kommt, dass sich die Aktionärsstruktur vieler europäischer Firmen in den vergangenen Jahren verbreitert hat. Sie ist viel internationaler als früher, und das macht es einer Unternehmensführung schwer, die Dividende ohne Not zu kürzen. DAS INVESTMENT.com: Gibt es weitere Argumente, die dafür sprechen, 2009 europäische Aktien gegenüber amerikanischen oder asiatischen Titeln zu bevorzugen? Dwane: Viele Analysten glauben, dass die Schwellenländer der Antreiber des nächsten Aufschwungs sind. Das mag durchaus stimmen, doch wenn es so kommt, werden davon auch zahlreiche Unternehmen in Europa und Nordamerika profitieren. Im Vergleich zu den USA stellt sich die Lage in Europa jedoch sehr viel robuster dar. Mit einem europäischen Portfolio spielen Anleger also die Erholung der Weltwirtschaft, ohne sich allzu sehr den globalen Risiken auszusetzen.

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