DAS INVESTMENT.com: Dürfen Sie auch Shorten?

Rogge: Nein, das wollen wir auch gar nicht.

DAS INVESTMENT.com: Dann erzählen Sie mal, was Sie dürfen.

Rogge: Fast alles. Nur eben nicht shorten und keine Hebel. Wir sind kein Hedgefonds.

DAS INVESTMENT.com: Haben Sie selbst auch Aktien?

Rogge: Ja, Goldaktien seit langer Zeit.

DAS INVESTMENT.com: Sagen Sie bloß, Sie als Anleiheninvestor vertrauen nicht dem Geld.

Rogge: Quantitative Easing ist ein vertuschter Default. Früher ging man Pleite, heute druckt man Geld. Eine Universität sollte mal für uns herausfinden, wie viele Schulden die G7-Staaten wirklich hatten. Ein Jahr und 120.000 Pfund später wussten sie noch nicht einmal genau, wie hoch die Schulden von England sind.

DAS INVESTMENT.com: Für Anleiheinhaber nicht gerade beruhigend.

Rogge: Ja. Ich hoffe, dass der Kursrutsch schnell geht und wir vorher rauskommen.

DAS INVESTMENT.com: Was hilft dann?

Rogge: Nur noch Cash. Obwohl wir sehr interessante Anlagemöglichkeiten für unsere Investoren haben, um ansprechende Renditen in unterschiedlichen Marktphasen zu erreichen. Wir hatten 2008 die große Gelegenheit unser System von schlechten Banken, Unternehmen und Politikern zu reinigen. Die Chance ist vertan. Es wird weiter um das goldene Kalb getanzt wie zuvor.

DAS INVESTMENT.com: Und wer zahlt die Rechnung?

Rogge: Der Sparer wie immer. Es ist amerikanische Tradition, den Sparer zu bestrafen und den Nichtsparer zu belohnen. Und es ist nicht auszuschließen, dass wir eine Inflation bekommen.