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Beitragsgarantie in der Krise „Wir haben eine Rendite von 5,5 Prozent jährlich erzielt“

Igor Radović, Direktor Produkt- und Vertriebsmanagement bei Canada Life Deutschland.
Igor Radović, Direktor Produkt- und Vertriebsmanagement bei Canada Life Deutschland. | Foto: Canada Life

DAS INVESTMENT: Versicherer wie Allianz, R+V und Ergo haben die Garantien für alle Produkte auf 60 bis 90 Prozent abgesenkt, für die sie nicht gesetzlich vorgeschrieben sind. Sie halten jedoch an der 100-Prozent-Garantie fest. Warum?

Igor Radović: Für die deutschen Kunden ist eine Garantie ein wichtiges Ankerelement in der Altersvorsorge. Unsere Garantien haben wir endfällig gestaltet – so können wir dennoch aktienorientiert investieren. Das schafft eine Kombination aus guten Renditechancen und Sicherheit – beides wünschen sich die meisten Kunden.

Die Gegner der 100-Prozent-Garantie führen an, dass im derzeitigen Niedrigzinsumfeld und mit einem Hochrechnungszins von bald nur noch 0,25 Prozent nennenswerte Erträge für den Kunden nur möglich sind, wenn man ins Risiko geht, also Aktien & Co. kauft. Eine volle Beitragsgarantie würde das schwierig bis unmöglich machen.

Radović: Es kommt auch darauf an, wann eine Garantie greift. Unsere endfälligen Garantien gelten zum Rentenbeginn. Das bedeutet Investmentfreiheit in der mitunter Jahrzehnte laufenden Ansparphase. Damit können gute Erträge erreicht werden, aber zum Rentenbeginn ist auch eine Garantie möglich, wenn Kunden die Garantievoraussetzungen eingehalten haben. Und übrigens: Ein wichtiger Bestandteil unserer Garantien ist auch, dass Kunden an positiven Kapitalmarktergebnissen beteiligt werden: Sie erhalten bei guten Fondsergebnissen den Fondswert ausbezahlt. Auch dafür braucht man die Investmentfreiheit.

Nun zählt Canada Life mit ein paar wenigen weiteren Versicherungen zu Ausnahmen, die an der vollen Beitragsgarantie festhalten wollen. Wie wird sich der Markt für Garantieprodukte in der Lebensversicherungen in den kommenden zehn bis 15 Jahren entwickeln?

Radović: Ich denke, dass – vor dem Hintergrund des aktuellen Zinsumfeldes -  das Garantieniveau auf dem Markt sinken wird.

Mit ihrem Unitised-With-Profits (UWP)-Fonds geht Canada Life sogar noch über die reine 100-Prozent-Garantie hinaus: Sie garantiert den Kunden zum Rentenbeginn nicht nur 100 Prozent der Beiträge, sondern auch eine Mindestwertentwicklung von durchschnittlich 1 Prozent jährlich. Wie funktioniert das?

Radović: Es ist wichtig, dass das Garantieniveau die Anlagefreiheit nicht einschränkt. Wir sehen uns die Garantien natürlich regelmäßig an und nehmen gegebenenfalls Anpassungen vor. Zum Beispiel bei der Glättung – hier deklarieren wir jedes Jahr einen Garantiewert. Dieser liegt derzeit bei starken 1,7 Prozent. Bei der Festlegung schauen wir auch das Marktgeschehen an – zum Beispiel die Entwicklung der Kapitalmärkte. Neben der tatsächlichen Wertentwicklung des UWP-Fonds ergibt dies dann zum Ende der Laufzeit eine geglättete Wertentwicklung, und diese kann nicht negativ sein.

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