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Nachhaltige Rentenversicherung „Wir nutzen Policen-Mäntel für Alternative Investments“

Daniel Regensburger (l.) und Uwe Mahrt
Daniel Regensburger (l.) und Uwe Mahrt: Das Geschäftsführer-Duo von Pangaea Life spricht im Interview über Wege zu mehr Nachhaltigkeit in der Altersvorsorge. | Foto: die Bayerische

DAS INVESTMENT: Nach „Blue Energy“ bringt Pangaea Life den neuen Sachwerte-Fonds „Blue Living“ auf den Markt. Inwiefern wollen sie sich von „grüner“ Nachhaltigkeit unterscheiden?

Daniel Regensburger: Das Blau im Namen ist nicht parteipolitisch gemeint, auch wenn das Manche immer wieder vermuten. Stattdessen wollen wir uns von dem Denken der 1970er-Jahre lösen, wonach vor allem ein Konsumverzicht der Menschen die Welt verbessert. Mit der Farbe Blau verbinden wir eine positivere Sicht, der zufolge es auf intelligente Alternativen zu den bisherigen Problemverursachern ankommt. So müsste man Inlandsflüge hierzulande gar nicht verbieten, wenn die Deutsche Bahn ein unschlagbares Angebot bieten würde. Und um die endlichen Ressourcen der Erde sinnvoll zu nutzen, setzen wir auf Strom und Wärme aus Wind und Sonne statt Öl und Gas.

Uwe Mahrt: Bei unserem Fonds „Blue Energy“ investieren wir vorrangig in die Erzeugung von Energie aus Wind- und Wasserkraft sowie Photovoltaik. Wir engagieren uns aber auch bei Technologien, um Energie besser zu speichern und effizienter einzusetzen. Auch unser nach Artikel 8 der EU-Transparenzverordnung eingruppierter Spezialfonds bildet also das Investment-Thema Nachhaltigkeit ab… Aber anders als so mancher Investmentfonds. Deren Manager gewichten mitunter lediglich die Aktien bestimmter Nachhaltigkeitssieger je Wirtschaftsbranche höher als vergleichbare nicht-nachhaltige Fonds. Wir dagegen investieren direkt in nachhaltige Assets. Um das auch unseren Vertriebspartnern zu verdeutlichen, haben wir sie zu einer virtuellen Reise per VR-Brille eingeladen. Damit erleben sie die Direkt-Investments unseres Spezialfonds auf eine neue Weise. Die Masten der Windkraftanlagen im dänischen Windpark Mads sind zum Beispiel etwa so hoch wie der Kölner Dom. Ungewohnte Dimensionen, die der teilweise per Drohnenkamera gedrehte Film eindrucksvoll zeigt. Das Video ist auch weiterhin in unserer Youtube-Mediathek verfügbar.

DAS INVESTMENT: Ihr neuer Sachwerte-Fonds deckt hingegen die Anlageklasse Wohnimmobilien ab. Wie stehen Sie zu dem Risiko einer möglichen Preisblase am deutschen Immobilienmarkt?

Daniel Regensburger: Es ist ein Blick in die Glaskugel, ob sich Immobilienpreise in den nächsten zehn Jahren ebenso stürmisch nach oben entwickeln wie in den vergangenen zehn Jahren. Wir rechnen allerdings durchaus mit moderaten Wachstumsraten. Das gilt zumindest für die Wohnimmobilien in den Metropolregionen. Und die laut einer UBS-Studie vor allem in Frankfurt am Main drohende Immobilienblase dürfte sich immer mehr entspannen, da derzeit auch die allgemeine Inflationsrate über 5 Prozent liegt. Somit werden die Preisanstiege am Immobilienmarkt relativiert. Und am Markt für Gewerbeimmobilien sieht es übrigens nicht unbedingt nach ungebremsten Preisanstiegen aus. Denn die Corona-Pandemie hat einen immensen Schub in Sachen Digitalisierung ausgelöst. Mit umfangreichen Langfristfolgen für die Art, wo und wie wir zukünftig arbeiten und einkaufen. Im Vergleich zum Verhältnis zwischen den Einkommen und Immobilienpreisen in Städten wie zum Beispiel London wirken die deutschen Mieten und Kaufpreise auch gar nicht mehr so überteuert.

DAS INVESTMENT: Weshalb liegt der Fokus Ihrer künftigen Investitionen für den Fonds nur auf Neubau-Wohnimmobilien in den sogenannten Top-7-Metropolregionen Deutschlands?

Daniel Regensburger: Viele Arbeitgeber hierzulande suchen weiterhin händeringend nach Fachkräften. Und diese Jobs entstehen vor allem in den sieben großen Metropolregionen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart. Wir wollen dort aber jeweils nicht zu jedem Preis einsteigen. Dieses Problem haben typischerweise die Manager von Offenen Immobilienfonds, denn sie erwerben ein Objekt in der Regel erst nach Fertigstellung. Wir dagegen steigen bereits deutlich früher ein und übernehmen zwar die Risiken als Bauträger. Doch dafür sparen wir uns die Marge für einen Projektentwickler, in der durchaus Musik steckt. Wir kaufen die Immobilien als Konsortium in einer höheren Größenordnung, was in der heutigen Zeit attraktiver ist. Und ein nicht zu unterschätzendes Argument für Neubauten ist für viele junge Mieter übrigens, dass wir auf den neuesten Stand der Technik bauen und so auch Netzwerkkabel für stabile Internet-Verbindungen vorsehen. Das ist angesichts des Trends zur zunehmenden Arbeit im Homeoffice heutzutage keine Nebensache mehr. Denn die Klientel unserer Mieter legt Wert auf moderne Technik. Das gilt sowohl bei der Ausstattung ihrer eigenen Wohnung als auch bei der umweltschonenden Haustechnik.

DAS INVESTMENT: Welche Rolle spielt bei Ihren Investments am deutschen Immobilienmarkt das Thema Nachhaltigkeit?

Uwe Mahrt: Wir setzen einen Kontrapunkt zu den viel kritisierten Immobiliengesellschaften wie Deutsche Wohnen und Vonovia. Beispielsweise in Berlin bieten wir auch Wohnungen im preisgedämpften Bereich an. Das heißt: Die Mieten liegen dort jeweils etwa 15 Prozent unter dem Marktpreis. Um dem „S“ in ESG in der Praxis gerecht zu werden, ist es uns bei den ausgewählten Immobilienlagen wichtig, dass der Öffentliche Personennahverkehr und eine Kindertagesstätte in jeweils weniger als zehn Minuten zu Fuß erreichbar sind. Ebenso spielt aber auch eine Rolle, dass vergleichsweise viele Ladestationen für Elektrofahrräder und -autos vorhanden sind. Das ist zum Beispiel bei unseren Neubauten in Hamburg-Mariental so.

DAS INVESTMENT: Was spricht aus Kundensicht dafür, ausgerechnet im Rahmen einer fondsgebundenen Rentenversicherung auf die klima- und sozialfreundlichen Neubau-Projekte im Fonds zu setzen?

Daniel Regensburger: Manche denken sicherlich, unser Produkt sei weder Fisch noch Fleisch. Aber wir nutzen einen Versicherungsmantel für unsere Alternativen Investments, um sie nicht nur Anlegern mit Anlagesummen in Höhe sechsstelliger Eurobeträge vorzubehalten. Stattdessen sind bei uns auch Sparpläne bereits ab 25 Euro pro Monat möglich sowie Einmalanlagen ab 15.000 Euro. Letzteres nutzen derzeit viele Sparer, die aufgrund von Negativzinsen auf ihre Sichteinlagen jetzt verstärkt Handlungsdruck verspüren. Ein weiteres Argument für Investments in Sachwerte sind die derzeit stark anziehenden Preise an den Tankstellen und in den Supermärkten. Da die Aktienmärkte gleichzeitig sehr hochstehen, sorgt das für eine steigende Unsicherheit bei den Menschen. Viele dieser Kunden haben bereits ein Wertpapierdepot und teilweise auch eine eigene Immobilie. Für ihr Vermögen suchen sie nun aber nach neuen Wegen, um es zu streuen. Mit unserer Rentenversicherung können sie ein Stück weit die Welt retten und erhalten dafür noch eine Rendite: Den Blue Living Fonds haben wir nach dem Vorbild unseres Blue Energy Fonds konzipiert, der seit Auflage eine Rendite von mehr als 7 Prozent nach Fondskosten erwirtschaftet hat.

Über die Interviewten:

Daniel Regensburger und Uwe Mahrt bilden seit einem Jahr gemeinsam die Doppel-Spitze von Pangaea Life, der nachhaltigen Tochtergesellschaft der Versicherungsgruppe die Bayerische aus München. Regensburger verantwortet als Geschäftsführer unter anderem die Unternehmensbereiche Finanzen, IT sowie Projektmanagement / Kooperationen. Mahrt ist als Geschäftsführer und CEO allein zuständig für die Themen Nachhaltigkeit und Risikomanagement. Gemeinsame Aufgaben sind die Bereiche Fonds, Marketing & Kommunikation, Produkte, Vertrieb.

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