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in Latein-AmerikaLesedauer: 7 Minuten

Lateinamerika Wirtschaft dürfte in den nächsten Jahren um 3 Prozent wachsen

Die Abasto Shopping Mall in Buenos Aires
Die Abasto Shopping Mall in Buenos Aires: Der private Konsum hat sich zu einem starken Wachstumsmotor in Lateinamerika entwickelt. | Foto: Imago Images / agefotostock

Treiber der Wirtschaft: Dienstleistungssektor und verarbeitendes Gewerbe

Lateinamerika hat seine kräftige Konjunkturerholung nach der Corona-Pandemie fortgesetzt: Die Wiedereröffnung kontaktintensiver Sektoren, insbesondere des Gastgewerbes und der Reisebranche, der Abbau des Nachholbedarfs aus der Pandemiezeit und die in der ersten Jahreshälfte günstigen externen Finanzbedingungen unterstützten eine solide Expansion, die es dem Dienstleistungssektor ermöglichte, mit dem verarbeitenden Gewerbe gleichzuziehen. Aufgrund dieser soliden ersten Jahreshälfte und trotz einer erwarteten Abschwächung in der zweiten Jahreshälfte prognostiziert unter anderem das World Economic Forum für dieses Jahr eine nochmals nach oben angepasste Wachstumsrate von 3,0 Prozent.

Gute Voraussetzungen für eine robuste Konjunktur

Während in der Eurozone die explodierenden Energiepreise und in den USA die aggressive Zinserhöhungspolitik der US-Notenbank Federal Reserve die Rezessionsrisiken größer werden lassen, zeichnet sich in kaum einem lateinamerikanischen Land eine Wirtschaftsabschwächung ab, die auf einen drohenden Konjunkturrückgang hindeutet – obwohl die ansässigen Notenbanken aufgrund des internationalen Inflationsdrucks die Zinsen ebenfalls proaktiv angehoben haben. 

Die geldpolitischen Straffungsmaßnahmen zeigen natürlich auch in Lateinamerika erst mit der Zeit Auswirkungen auf die jeweiligen Volkswirtschaften, dennoch gibt es Gründe, warum die konjunkturellen Beeinträchtigungen nicht allzu dramatisch ausfallen dürften.

  • Die hohen Ersparnisse der Privathaushalte dürften dazu beitragen, dass die anziehenden Zinsen den Konsum nur marginal dämpfen. So sind beispielsweise die Ersparnisse Chiles im Jahr 2020/21 auf rund zehn Prozent und in Brasilien, Mexiko und Peru auf zwischen vier und fünf Prozent des jeweiligen Bruttoinlandproduktes angestiegen.
  • Die Verschuldungsquote der privaten Haushalte ist gering, so dass sich die Zinserhöhungen auf die Kosten zukünftiger Kredite, aber nicht so stark auf die laufenden Schulden auswirken dürften.
  • Die Arbeitsmärkte befinden sich weiterhin im Aufschwung. In nahezu allen lateinamerikanischen Ländern ging die Arbeitslosenquote zurück und befindet sich nun nicht mehr weit vom Vor-Pandemie-Niveau entfernt.
  • In einigen Ländern wurden außerdem auf Kraftstoffe und andere Komponenten des Verbraucherkorbs einkommensschwacher Haushalte Zuschüsse gewährt.
  • Die gestiegenen Rohstoffpreise dürften zukünftig, obwohl sie wieder etwas nachgegeben haben, noch immer einen positiven Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt leisten.

Der private Konsum hat sich mittlerweile zu einem Wachstumsmotor der Region entwickelt, mit dem die Erwartungen an das Wirtschaftswachstum übertroffen werden konnten – das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal ist um 2,8 Prozent angezogen, vor der Pandemie hat es noch durchschnittlich bei 1,7 Prozent gelegen. Nach der Lockerung von Corona-Beschränkungen gibt es vielerorts noch immer einen immensen Nachholbedarf bei touristischen und anderen Freizeitaktivitäten, die den aktuellen Trend unterstützen sollten.

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