Bantleon stellt fest Eurozone muss kleinere Brötchen backen

Surfer-Paradies an Portugals Küste: Der Tourismus-Boom in Südeuropa verliert an Kraft. | © Getty Images

Surfer-Paradies an Portugals Küste: Der Tourismus-Boom in Südeuropa verliert an Kraft. Foto: Getty Images

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Konjunkturell hätte es für die Eurozone 2017 kaum besser laufen können. Zu Jahresbeginn trauten die Auguren der Währungsunion gerade einmal ein Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent zu. Am Ende dürften es fast 1,0 Prozentpunkte mehr geworden sein (unsere Schätzung: 2,3 Prozent, die erste offizielle Berechnung gibt Eurostat am 30. Januar bekannt). Eine so stark positive Überraschung gab es sonst nirgendwo auf der Welt, und ein Ende des Aufschwungs ist kurzfristig nicht in Sicht. Im Gegenteil, einige Konjunkturbarometer der Eurozone markierten zum Jahresabschluss sogar neue Rekorde (obere Grafik).

Der zyklische Hochpunkt dürfte entsprechend erst Anfang 2018 erreicht sein – bei einem Wirtschaftswachstum von 2,6 Prozent (im Vorjahresvergleich). Der weitere Blick voraus ist dann aber nicht mehr ganz so rosig: Unsere eigenen Frühindikatoren legen im Jahresverlauf 2018 eine Abkühlung nahe (untere Grafik). Zum einen wird die chinesische Wirtschaft einen Gang zurückschalten und damit den Export der Eurozone weniger stark stützen. Zum anderen verlieren einige Nachholeffekte in Südeuropa an Kraft (etwa im Tourismussektor). Auch wenn es sich dabei vermutlich nur um einen temporären Dämpfer handelt, sind die Zeiten der größten positiven Überraschungen in der Währungsunion vorerst vorbei.