Corona-Patientin im Krankenhaus: Frauen fürchten sich stärker vor Covid-19 als Männer. | © imago images / ITAR-TASS Foto: imago images / ITAR-TASS

Wirtschaft vor Gesundheit

Die größten Ängste der Deutschen in der Corona-Krise

Die Versicherungsgesellschaft R+V führt regelmäßig Umfragen zu den Ängsten der Deutschen durch. Nun haben die Forscher in einer Sonderbefragung unter mehr als 1.000 Bundesbürgern vier Fragen zur Corona-Krise gestellt. Steigt durch die hohen Infektionsraten die Angst vor einer schweren Erkrankung? Befürchten jetzt mehr Menschen eine Rezession? Wie groß ist die Angst vor dem Verlust des eigenen Jobs? Wie beurteilen die Deutschen die Arbeit der Politiker?

Konjunkturängste auf 10-Jahres-Hoch

Das Ergebnis: Die Angst vor einer Verschlechterung der Wirtschaftslage in Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr massiv gestiegen. Sie klettert um 23 Prozentpunkte auf 58 Prozent – und damit auf den höchsten Wert seit zehn Jahren. Dabei beurteilen Frauen (61 Prozent) die Aussichten für die deutsche Wirtschaft skeptischer als Männer (54 Prozent). Jüngere Befragte bis 30 Jahre (51 Prozent) sind in dieser Frage hingegen etwas optimistischer als die ältere Generation (59 Prozent).

Die Angst, arbeitslos zu werden, bleibt im April 2020 auf dem relativ niedrigen Niveau des Vorjahres. Etwa jeder vierte Bundesbürger (24 Prozent) bangt um den eigenen Job. Allerdings gilt hier: je jünger, desto besorgter. Bei den unter 30-Jährigen ist diese Angst mit 36 Prozent am höchsten. Auch Frauen (28 Prozent) fürchten sich mehr vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes als Männer (21 Prozent).

Die Angst, schwer zu erkranken, ist in der Corona-Krise leicht gestiegen – um 6 Prozentpunkte auf 41 Prozent. Dabei ist diese Sorge in allen Altersgruppen in etwa gleich hoch. Frauen sorgen sich allerdings mehr um ihre Gesundheit als Männer: 46 Prozent der Umfrageteilnehmerinnen haben Angst vor einer schweren Krankheit – aber nur 36 Prozent der befragten Männer.

Top-Bewertung für Politiker

46 Prozent der Deutschen befürchten, dass die Politiker von ihren Aufgaben überfordert sind. Im Vorjahr war dieser Wert etwas höher (47 Prozent). „Das ist wie im vergangenen Jahr eine der besten Bewertungen für die Arbeit der Politiker in den vergangenen 20 Jahren“, erklärt Brigitte Römstedt, Leiterin des R+V-Infocenters. Während der Finanzmarktkrise und zuletzt in der Flüchtlingskrise bezweifelten lin den R+V-Umfragen mehr als 60 Prozent der Bürger, dass die Politiker die Lage in den Griff bekommen. „Unter 40 Prozent lagen diese Werte im Verlauf der Umfrage bisher noch nie.“ Das spiegele vermutlich die Anerkennung des Krisenmanagements der Regierung in der Corona-Krise wider.

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