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Vermögensverwalter wägt ab

Wirtschaftliche Macht versus politische Macht

Die Konzerne werden immer stärker zu politischen Akteuren. Insbesondere die Globalisierung hat eine neue transnationale Struktur hervorgebracht, in der die Staatsmacht nicht mehr der Primat der Politik ist und durch andere Wirkungsprinzipien geschwächt wird. An die Stelle der Staatsmacht treten neue wirtschaftliche Eliten, Produktionsverhältnisse und Handels- und Eigentümerstrukturen.

Nicht erst seit heute versuchen daher die Politiker die Macht großer Konzerne zu bremsen, sondern bereits im 19. Jahrhundert gab es Bestrebungen der Politik die Macht der großen Ölkonzerne, Eisen- und Stahlunternehmer und Banken in Grenzen zu halten.

Jürgen Brückner
Foto: FV Frankfurter Vermögen AG

Vor dem Hintergrund der steigenden Macht von Google, Apple, Facebook und Amazon werden auch jetzt immer mehr Stimmen laut, diese Firmen stärker zu regulieren oder gar zu zerschlagen. Ein Wahlgewinn der Demokraten könnte diese Tendenz weiter verstärken. Die Größe der Konzerne wird besonders eindrucksvoll, wenn man das Steueraufkommen kleinerer Nationalstaaten mit den Umsätzen der großen multinationalen Konzerne vergleicht.

Obwohl augenscheinlich die Marktmacht der Konzerne im 19. Jahrhundert und heute ähnliche Merkmale aufweist, könnte es verfehlt sein, davon auszugehen, dass es ähnlich wie damals zu einer Zerschlagung großer Unternehmen kommt. In einer globalen Gesellschaft, in der die Herrschaft über Daten, komplexe Technologien und komplexe Unternehmensstrukturen zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist es kaum möglich, durch einfache Zerschlagung und/oder Regulierung Marktmacht zu reduzieren.

Wer aufgrund der Marktmacht Angst vor einem Missbrauch seiner Daten hat, ist am besten beraten, nicht auf eine bessere Regulierung zu hoffen, sondern sensible Daten erst gar nicht ins Netz zu stellen oder besser zu schützen. Die Unfähigkeit einer stärkeren Kontrolle wird auch deutlich durch die fehlgeschlagenen Bemühungen einer besseren Besteuerung der Unternehmen in Europa.

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