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Robert Greil ist Chefstratege bei Merck Finck Privatbankiers. | © Merck Finck Privatbankiers

Wirtschaftsabschwung in Deutschland Kein Drama, sondern ein Warnschuss

Die Schwäche der deutschen Wirtschaft ist augenfällig. Um das zu erkennen, braucht es nicht erst eine technische Rezession. Das wichtigste Zugpferd der deutschen Wirtschaft ist traditionell die Industrie und dieses Zugpferd lahmt. Vor allem die Automobilindustrie ist alles andere als in Topform. Insgesamt lag die Industrieproduktion im zweiten Quartal satte 1,8 Prozent unter dem Durchschnitt des ersten Quartals. Ein Rückgang der Wirtschaftsleistung war fast schon zu erwarten.

Allerdings verzerren auch Basiseffekte den Quartalsvergleich. So war das erste Quartal aufgrund der milden Witterung für die Bauindustrie ungewöhnlich stark. Zudem war es für die Automobilproduktion ein relativ starkes erstes Quartal.

Der Rückgang der Wirtschaftsleistung im zweiten gegenüber dem ersten Quartal ist deswegen auch kein Drama, sondern nur ein weiterer Warnschuss. Umgekehrt gibt es noch keine Entwarnung, selbst wenn die Wirtschaft im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal wieder zulegen sollte.

Das deutsche Wachstum bleibt auf absehbare Zeit schwach. Dafür sprechen fast alle Frühindikatoren. Die Kernauftragseingänge der Industrie gehen weiter zurück. Neben der Industrie ist laut jüngster Ifo-Umfrage auch der Dienstleistungssektor zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder pessimistisch. Und auch der private Konsum ist nicht mehr bombenstabil, wie der jeweils leichte Rückgang des GfK-Konsumklimas seit drei Monaten zeigt.

Einige Sektoren wie zum Beispiel die Bauwirtschaft schlagen sich derweil wacker. Sie wird aber kaum als Zugpferd ausreichen, das die deutsche Wirtschaft nun aus dem Matsch zieht. Eine flächendeckende Erholung wird es ohnehin nur dann geben, wenn die Angst vor politischen Themen wie den Handelskonflikten abnimmt und Schlüsselbranchen der deutschen Wirtschaft wie die Autoindustrie ihre zum Teil hausgemachten Probleme in den Griff bekommen.

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