Ekkehard Wiek, Geschäftsführer von W&M Wealth<br>Managers (Asia) und Asia4Europe<br>Investment

Ekkehard Wiek, Geschäftsführer von W&M Wealth
Managers (Asia) und Asia4Europe
Investment

Wirtschaftswunder in Asien – ein Muss für deutsche Anleger

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BASF-Chef Jürgen Hambrecht brachte es jüngst auf den Punkt: Die Zeiten, in denen die Asiaten bei uns anklopften, sind vorbei. Heute müssten wir nach Asien gehen, wenn wir an ihrem Erfolg teilhaben wollten. Hambrecht muss es wissen, denn BASF ist seit Jahren eines der erfolgreichsten internationalen Unternehmen in Asien und hat Milliarden Euro dort investiert – zu Recht.

Denn während Deutschland weiter über Mini-Wirtschaftswachstum, Überalterung der Gesellschaft, Schwächen des Finanzsystems und Staatsüberschuldung diskutiert, haben China, Indien und Co. nach der Krise längst wieder Tritt gefasst: Mit zweistelligen Wachstumsraten eilen sie von Rekord zu Rekord, schaffen Millionen von Arbeitsplätzen, entwickeln attraktive Binnenmärkte und gewinnen rasant an weltpolitischem Einfluss und Selbstbewusstsein.
Bittere Pillen haben den Kontinent geheilt

Heute zahlt es sich aus, dass in der Asienkrise 1997/98 die bitteren Pillen geschluckt und die strengen Ratschläge des Westens umgesetzt wurden: konsequentes Sparen und Schuldenabbau, strikte Sanierung und Restrukturierung des Bankensektors sowie ein Ende der Subventionen für unrentable Unternehmen.

Der Westen dagegen begeht, entgegen den eigenen Empfehlungen, derzeit eine wirtschaftspolitische Sünde nach der anderen. Ein Ausweg aus dem Dilemma ist nicht in Sicht – mit epochaler Konsequenz: Asien wandelt sich im Zeitraffertempo zum wirtschaftlichen und politischen Kraftzentrum der kommenden Jahrzehnte. Investments in Asien sind damit heute keine Option mehr, sondern eine Basisanlage und ein Muss für uns alle.

Nicht einmal 5 Prozent in Asien investiert


Doch bei Deutschlands Anlegern scheint die neue Erkenntnis noch nicht recht anzukommen. Zwar wird Asiens Wirtschaftswunder in Medien und Diskussionsrunden erwähnt, und viele Finanzberater loben die guten Aussichten von Anlagen in den Bric-Ländern Brasilien, Russland, Indien und China und den Emerging Markets im Allgemeinen sowie in Asien im Besonderen.

Doch Statistiken des Fondsverbands BVI wie auch Gespräche mit Kollegen und Anlegern zeichnen einen anderes Bild: Deutsche Anleger haben durchschnittlich weniger als 5 Prozent ihres Wertpapiervermögens in Asien investiert. Stattdessen konzentrieren sie sich weiterhin auf Europa und Amerika – jene Regionen, die auf absehbare Zeit die größten Probleme und die geringsten Entwicklungschancen haben.

Auf Buy and Hold ist in Asien kein Verlass


Eine Ursache ist sicherlich die Unkenntnis deutscher Investoren. Viele sehen sich nicht in der Lage, Chancen und Risiken der östlichen Anlagemärkte einzuschätzen. Zudem fehlen ihnen Anlagestrategien, um an Asiens Börsen dauerhaft erfolgreich zu sein. Denn mit den Buy-and-Hold-Vorschlägen, die deutsche Banken gerne standardmäßig erteilen, gab es überwiegend negative Erfahrungen. Schließlich ticken Asiens Börsen und die dortigen Anleger anders, und nur wer die lokalen Regeln versteht, wird das große Potenzial auch ausschöpfen können. Partner, die in der Region verwurzelt sind und Erfahrung in der Beratung deutscher Anleger mitbringen, können hier weiterhelfen.

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