Markus Kohl

Markus Kohl

WM Aktien Global UI: "Zwischendurch schlecht auszusehen gehört einfach dazu"

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DER FONDS: Das zehnjährige Jubiläum Ihres Fonds am 3. Dezember stand unter keinem guten Stern – seit rund zwei Jahren hinkt der WM Aktien Global UI der Konkurrenz deutlich hinterher. Haben Sie Ihre einstige Erfolgsformel über Bord geworfen? Markus Kohl: Keineswegs. Wir investieren nach wie vor gleichgewichtet in 26 globale Aktien, die wir in einem mehrstufigen und sehr aufwendigen Analyseverfahren aus einem Universum von derzeit fast 3.000 potenziellen Kaufkandidaten herausfiltern. Das hat dem Fonds bis Ende 2007 eine exzellente Performance beschert, aber nach Ausbruch der Finanzkrise und insbesondere in der starken und übergangslosen Erholung seit März 2009 hat unsere Anlagestrategie nicht wie gewohnt gegriffen.

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DER FONDS: Etwas konkreter bitte. Kohl: In der ersten Phase des Aufschwungs sind vor allem zyklische Werte und Finanzaktien gut gelaufen, die zuvor erheblich gelitten hatten. Unser Portfolio bestand zu diesem Zeitpunkt jedoch vor allem aus defensiven Titeln hoher Qualität und günstiger Bewertung, beispielsweise aus dem Pharma- oder Nahrungsmittelsektor. Auch Japan spielte bei uns im Frühjahr eine größere Rolle als in vielen anderen globalen Portfolios.

DER FONDS: Wie haben Sie auf die neue Situation reagiert? Kohl: Wir haben vorübergehend weniger als 26 Einzelaktien gehalten und stattdessen mit Teilen des Portfolios unseren Vergleichsindex MSCI World nachgebildet, da sich nicht genügend attraktive Kaufkandidaten anboten. Diese Phase ist mittlerweile aber überwunden. DER FONDS: Welche Sektoren und Länder stehen heute im Vordergrund? Kohl: Insgesamt betrachtet ist das Portfolio jetzt recht breit gestreut. Die Informationstechnologie spielt eine größere Rolle als noch zu Jahresbeginn, aber auch der USA-Anteil ist mit knapp 40 Prozent deutlich gewachsen. Daraus resultierende Währungsrisiken sichern wir allerdings wie bereits in der Vergangenheit konsequent ab. DER FONDS: Können Sie einige Einzeltitel nennen?

Kohl: Zu den momentan größten Positionen gehören der Internet-Reisedienst Expedia, der Kabelsender Discovery Communications oder Vistaprint, einer der am schnellsten wachsenden Online-Anbieter von privaten Marketing– und Druckkonzepten. DER FONDS: Trotz der enttäuschenden Ergebnisse der vergangenen zwei Jahre hatten Sie bislang kaum Mittelabflüsse. Was hält die Anleger bei der Stange? Kohl: Wir haben diesbezüglich in den vergangenen Monaten diverse Gespräche geführt. Der Tenor ist ziemlich eindeutig: Die Anleger honorieren, dass wir trotz der jüngsten Underperformance an unserem langfristig sehr erfolgreichen Konzept festhalten. Hinzu kommt, dass es ähnliche Durststrecken – wenn auch nicht in so starker Ausprägung – in der Vergangenheit schon mehrfach gab. Zwischendurch schlecht auszusehen gehört einfach dazu, das ist gewissermaßen charakteristisch für die Performance unseres Fonds. DER FONDS: Für die kommenden zwei oder drei Jahre ist also ein besseres Abschneiden als der MSCI World quasi schon programmiert?

Kohl: Dafür gibt es natürlich keine Garantie. Trotzdem glauben wir fest daran, und die jüngsten Daten zeigen in diese Richtung. Seit September verläuft die Entwicklung wieder relativ normal, im November haben wir den Index sogar um 5 Prozentpunkte geschlagen.

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