Wohin mit dem Geld?

Das aktuelle Dilemma offener Immobilienfonds

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Die Krise vor sieben Jahren wurde vielen offenen Immobilienfonds zum Verhängnis: Mehr als zehn Produkte - davon acht Fonds, die für Privatanleger konzipiert wurden - mussten aufgelöst werden. Ihren Anlegern bescherten manche dieser Produkte Verluste von über 50 Prozent

Die neun Fonds hingegen, die die Krise überstanden haben, sind derzeit bei Anlegern sehr beliebt. Allein im ersten Halbjahr sammelten diese Fonds laut Handelsblatt-Recherchen 2,9 Milliarden Euro ein. Neben den frischen Anlegergeldern spülen auch Verkäufe von Objekten aus dem Portfolio Geld in die Fondskassen.

Denn die Preise für Wohn- und Gewerbeimmobilien sind derzeit hoch, so dass die Fonds ihre Objekte gewinnbringend verkaufen können. Das Problem dabei: Wohin mit dem Geld? Schließlich sind auch die Kaufpreise entsprechend hoch. 

Ein kurzfristiger Ausweg ist Cash: Nach Handelsblatt-Informationen halten die Fonds bis zu 30 Prozent ihres Portfolios in Bargeld. Im derzeitigen Niedrigzinsumfeld ist dies auf Dauer jedoch auch keine Lösung. 

Aus der Krise gelernt

Also bleibt den Fonds nichts anderes übrig, als Immobilien zu kaufen - und zwar zu den aktuellen Höchstpreisen. „Die Gesellschaften kaufen auf einem sehr, sehr hohen Marktniveau“, zitiert das Handelsblatt eine Immobilienfondsanalystin von der Ratingagentur Scope und vergleicht die aktuelle Situation mit der 2008. Denn lässt die Konjunktur nach, gehen die Immobilienpreise nach unten. Damit verlieren auch die Fondsobjekte an Wert und die Gesellschaften müssen ihre Portfolios abwerten. Das war auch 2008 nach der Lehman-Pleite der Fall. 

Die Fondsanbieter sehen das anders. Auch wenn der Markt derzeit überhitzt sein mag, gebe es sehr wohl Unterschiede zwischen der Situation 2008 und jetzt. Die Gutachter würden bei den Marktübertreibungen nicht mitmachen, zitiert das Blatt Commerz-Real-Vorstand Robert Bambach. 2008 seien viel mehr Objekte als heute kreditfinanziert gewesen, erklärt Dekabank-Immobilienmanager Matthias Danne. Außerdem versichern die Anbieter, aus der Krise gelernt zu haben und beim Einkauf vorsichtiger zu sein als früher. 

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