Aktualisiert am 04.10.2016 - 17:25 UhrLesedauer: 5 Minuten

Wohnimmobilienkredit-Richtlinie Warum der Regierungsentwurf des Paragrafen 34i GewO so nicht annehmbar ist

Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des Financial Planning Standards Board Deutschland e.V. (FPSB Deutschland)
Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des Financial Planning Standards Board Deutschland e.V. (FPSB Deutschland)

„Gut gedacht, aber leider nicht gut gemacht“ – so könnte man in aller Kürze den Gesetzentwurf zum Paragrafen 34i Gewerbeordnung zusammenfassen. Mit dem Entwurf, den die Bundesregierung vorgelegt hat, soll eine EU-Richtlinie umgesetzt werden. Demnach müssen sich Vermittler und Darlehensgeber von Wohnimmobilienkreditverträgen auf gravierende Neuerungen einstellen.

Zu viele Ungerechtigkeiten

Ob aber wirklich alle geplanten Vorhaben tatsächlich so wie in dem Entwurf vorgesehen umgesetzt werden, darf bezweifelt werden. Denn zu viele Ungerechtigkeiten sind aus meiner Sicht vorhanden. Wir vom FPSB Deutschland haben uns deshalb mit einer detaillierten Stellungnahme an die Bundesregierung gewandt und Nachbesserungen gefordert. Das betrifft vor allem die Themen Fortbildung, „Alte Hasen“-Regelung, ganzheitliche Beratungsmethodik sowie die Rolle der Verbraucherzentralen. Aber der Reihe nach.

Der FPSB Deutschland steht seit seiner Gründung für die Idee, dass eine kundengerechte Finanzplanung für Anleger eine fundierte Aus- und regelmäßige Weiterbildung der Finanzberater erfordert. Der im Gesetzentwurf vorgesehene Sachkundenachweis macht somit Sinn. Allerdings fehlt in der Liste der Ausbildungen, die als Sachkundenachweis anstatt einer IHK-Prüfung anerkannt werden sollen, der Titel des „Finanzfachwirts (FH)“, der nach Paragraf 34f GewO anerkannt wird. Angesichts des thematischen Inhalts dieser Ausbildung erscheint uns dessen Anerkennung auch für die Darlehensvermittlung angebracht.

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