Project-Geschäftsführer Wolfgang Dippold

Project-Geschäftsführer Wolfgang Dippold

Wolfgang Dippold, Project Gruppe

„Der Eigennutzer denkt langfristig“

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DAS INVESTMENT.com: Wie senken Sie die Risiken bei Ihren Projektentwicklungen?

Wolfgang Dippold: Grundsätzlich steht bei uns das Eigenkapitalprinzip hoch im Kurs. Bei Publikumsfonds haben wir schon immer darauf gesetzt, bei unseren Produkten für professionelle Investoren gilt das ebenso. Als wesentlich wird zudem angesehen, dass wir mit eigenem Asset Manager, eigenen Planern und Bauleitern die gesamte Wertschöpfungskette abbilden. Für die Investoren ist zudem entscheidend, dass wir ihnen am Ende die Gewährleistung abnehmen.

Ist die Streuung der Objekte den Zielgruppen wichtig?

Das ist unterschiedlich. Vor allem die großen Unternehmen streuen im eigenen Portfolio. Pensionskassen und Versorgungswerke legen deutlich mehr Wert auf die Verteilung auf verschiedene Objekte und Standorte. Wir haben im institutionellen Bereich die selbst gesteckte Vorgabe, mindestens sechs Objekte und drei Standorte im Fonds zu haben. In unseren großen Publikumsfonds haben wir bis zu 30 Objekte angebunden. Da wir die Verkäufe reinvestieren, sind wir über die Laufzeit realistisch gesehen bei rund 80 Objekten investiert. Für die Anleger erhöht das die Sicherheit merklich. Denn es gibt immer ein Objekt, das mal nicht so gut läuft. Durch die Eigenkapitalfinanzierung ist das kein Problem. Wenn Sie aber insgesamt nur ein, zwei oder drei Objekte im Fonds haben, ist das Risiko eines Verlusts größer.

Wie schaut das bei Project in der Praxis aus?


Wir haben noch kein einziges Objekt negativ abgeschlossen. Unsere Renditen bei den angeschlossenen Objekten liegen wie geplant im Durchschnitt bei über 12 Prozent. Durch die Streuung erzielen wir für die Anleger eine hohe Stabilität.

Und Sie verkaufen die Wohnungen mit einem eigenen Team. Was ist der Hintergrund?

Das ist relativ simpel: Das liegt an der letzten Wohnung. Die eigenen Angestellten verkaufen auch diese mit dem gleichen Elan wie die erste. Ein externer Makler verkauft ihnen die guten Wohnungen auch ganz schnell. Aber mit den letzten Wohnungen hat er viel Arbeit. Da wechselt er lieber zum nächsten Anbieter, bei dem sich die guten Wohnungen wieder leichter verkaufen lassen.

Warum richten Sie sich beim Verkauf an Eigennutzer?


Wir hätten in den vergangenen zwei Jahren mehr Verkäufe realisiert, wenn wir stärker an den Kapitalanleger herangetreten wären. Was aber passiert, wenn der Markt nach unten geht? Der Kapitalanleger ist ein zyklischer Investor, der nur einsteigt, wenn die Märkte steigen. Wir wollen aber auch in gleichbleibenden oder fallenden Märkten verkaufen. Der Eigennutzer kauft unabhängig von der Marktsituation und denkt langfristig.

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