Goldmünzen Foto: imago images / CHROMORANGE

6 Tipps

Worauf Anleger beim Goldkauf achten sollten

Raphael Scherer
Foto: Philoro Edelmetalle 

Dass am Ende des Tages nur Gold wahres Bares ist, zeigen uns Krisensituationen, wie wir sie insbesondere im letzten Jahr erlebt haben. Um das Prinzip dahinter und die Durchsetzungskraft des Edelmetalls zu verstehen, werfen wir kurz einen Blick zurück in die jüngere Vergangenheit: Im August 1971 nahm die Geschichte der Gelddruckerei und damit die unseres heutigen Wirtschaftssystems ihren Anfang. Bis zu diesem Zeitpunkt war der Geldschein nichts anderes als ein Beleg für hinterlegtes Gold – die Rede ist vom sogenannten Goldstandard, der 1971 von US-Präsident Nixon aufgehoben wurde.

Der US-Dollar als Weltleitwährung und in weiterer Folge der Wert der Devisen waren fortan nicht mehr an einen fixen Anker geknüpft, was für das globale Geldsystem weitreichende Konsequenzen hatte. Während die Zentralbanken ihre Währung stets in Gold unterlegen mussten, hatten Notenbanker nun freie Hand und konnten durch das Anwerfen der Gelddruckmaschinen das vom Gold losgelöste Geld beliebig vermehren.

Ein augenscheinlicher Vorteil, der sich schnell als Nachteil entpuppte – Stichwort Inflation. Diese fehlende Option auf beliebige Vermehrung ist der eigentliche Vorteil des Goldes. Denn das natürliche Vorkommen des Edelmetalls ist beschränkt. Diese Seltenheit garantiert die Wertstabilität. So lässt sich sagen: Im Extremfall ist Gold das letztgültige Zahlungsmittel.

Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Nachfrage nach Gold – besonders in Zeiten der Krise – steigt. Denn wer große Kaufkraft auf geringem Raum konservieren möchte, investiert in das Edelmetall. Doch Vorsicht: Nicht alles, was glänzt, ist tatsächlich Gold. Worauf Anleger beim Goldkauf achten sollten? Hier sind sechs Tipps, um auf der sicheren Seite zu kaufen:

1. Die Motivation

Bevor Anleger in Gold investieren, sollten sie hinterfragen, was sie sich davon erwarten: Erhoffen sie eine hohe Rendite oder suchen sie nach einer inflationsresistenten, beständigen Form der Anlage, die auch in Krisenzeiten ihre Kaufkraft behält und somit der Absicherung der Ersparnisse dient? Ist Ersteres der Fall, empfiehlt sich eher die breit gestreute Investition in passende Aktien.

Sind hingegen Absicherung und Werterhalt mit geringem Risiko und ohne Spekulationsabsicht die Beweggründe des Investments, ist man mit Gold auf der sicheren Seite. Das Edelmetall bietet unter Berücksichtigung einiger weniger Tipps die wohl unkomplizierteste Form der Anlage.

2. Die Summe

Nach der Entscheidung für ein Goldinvestment, stellt sich die Frage: Wie viel Geld soll oder will ich überhaupt in Gold anlegen? Wichtig ist es in Anlageangelegenheiten niemals alles auf ein Pferd zu setzen! Durch gezielte Diversifikation des Vermögensportfolios, sprich die Nutzung verschiedener Anlageklassen, lassen sich Risiken am besten minimieren.

Da Gold weitgehend als sicherster Hafen gilt, sollten Anleger rund zehn Prozent ihres Anlagevermögens in Gold investieren. Ist das Risiko anderer Veranlagungen besonders hoch, sollte der Goldanteil entsprechend höher ausfallen. Wer fünf bis 15 Prozent seines Gesamtvermögens in Gold anlegt, kann vor allem inflationsbedingte Verluste ausgleichen.

Mehr zum Thema
„Nicht blenden lassen“Bafin rät zur Vorsicht bei Edelmetall-Anlagen Ranking des World Gold CouncilDas sind die 10 Länder mit den größten Goldreserven Edelmetall Gold2020 als Startschuss in die goldenen Zwanziger?