Nahles-Rente 2022 gestartet
Beim jüngsten Durchführungsweg der betrieblichen Altersvorsorge, dem Sozialpartnermodell (SPM), entfällt dieses Problem. Denn das auch als Nahles-Rente bekannte Konzept sieht lediglich eine sogenannte Zielrente für Arbeitnehmer vor, deren Höhe nicht garantiert ist. Der Vorteil für Arbeitgeber ist, dass er nicht für die Höhe der späteren Betriebsrente haftet. Der Arbeitnehmer bekommt im Gegenzug die Chance auf eine höhere Rendite, da die Anlage der Beiträge flexibler gestaltet werden kann.
Die gesetzliche Grundlage hierfür hatte die Bundesregierung bereits im Jahr 2017 geschaffen. Im September 2022 machten die Chemiebranche und der Versicherer R+V den Anfang. Der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) nahmen SPM bei der R+V in ihren Flächentarifvertrag auf. Anfang November 2022 erteilte die Finanzaufsicht Bafin ihre Erlaubnis. Wenige Wochen zuvor nahm das bAV-Konzept des Metzler Pensionsfonds beim Gasgroßhändler Uniper die Bafin-Hürde.
Immer mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sorgen mithilfe ihres Arbeitgebers fürs Alter vor. Laut einer Studie von Kantar Public im Auftrag des Arbeitsministeriums stieg die Zahl der Arbeitnehmer mit bAV-Anwartschaften in den 20 Jahren zwischen 2001 und 2021 von 13,6 Millionen auf 18,4 Millionen. Damit zahlen 53,5 Prozent aller Beschäftigten in die bAV ein. Mit der Nachfrage steigt auch das Angebot. Analog zu seiner bKV-Kompetenzstudie kürte das IVFP die Versicherer mit besonders hoher bAV-Kompetenz. Von den 25 untersuchten Versicherern befanden die IVFP-Forscher 17 für „exzellent“. Dazu zählen Allianz, Alte Leipziger, Axa, Bayern-Versicherung, Canada Life, Dialog, die Bayerische, Ergo Vorsorge, Generali, HDI, LV1871, Signal Iduna, Stuttgarter, Swiss Life, Württembergische, WWK und Zurich.

