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Wüstenrot: Sex-Sause à la Ergo

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Wie das Handelsblatt in seiner heutigen Ausgabe berichtet, soll der Reisebus der Gruppe mit den besten Wüstenrot-Vertretern des Jahres in der Nacht zum 30. April 2010 vor dem „Barbarella“ gehalten haben. „Die Bustür ging auf und etwa die halbe Gruppe stieg aus, inklusive Bereichsleiter und Direktoren“, zitiert das Handelsblatt einen Teilnehmer.

Ob es sich beim Barbarella an der Copacabana lediglich um ein Tanzlokal oder ein Bordell handelt, darüber gehen die Meinungen anscheinend auseinander: In Rio ist das Etablissement als so genanntes Boate bekannt, eine Art Kontakthof, in dem auch getanzt wird. Allerdings handelt es sich bei den Tänzerinnen um Prostituierte. Mehrere Teilnehmer hatten behauptet, nicht bemerkt zu haben, dass es sich um eine Art Bordell handelt. Mindestens drei sollen Prostituierte mit aufs Zimmer genommen haben. Wie die Wüstenrot-Revision herausfand, waren zwischen 14 und 20 der freien Handelsvertreter im Barbarella eingekehrt, die Reiseleiterin hatte das Lokal am Vortag empfohlen.

Die Wüstenrot Bausparkasse bestätigte in einer Stellungnahme die Reise nach Rio, stellt aber klar, dass zum offiziellen Programm lediglich touristische Ziele wie der Zuckerhut und das Fußballstadion Maracana auf dem Programm standen. Dazu hätten weder offizielle noch inoffizielle Veranstaltungen oder Aktivitäten gehört, die nicht mit dem Verhaltenskodex der Wüstenrot Bausparkasse vereinbar gewesen wären.

„Wir prüfen derzeit intensiv, ob einzelne Teilnehmer gegen unseren Verhaltensregeln oder Rechtsvorschriften verstoßen haben. Eindeutige Ausschweifungen im Rahmen einer Dienstreise verstoßen selbstverständlich gegen unsere Verhaltensrichtlinien“, sagt Vorstand Bernd Herweck.

Reisen will Wüstenrot auch weiterhin als Anreiz und Belohnung für Vertriebsleute anbieten. Als erste Maßnahme sollen nun aber nur noch Reisen innerhalb Deutschlands angeboten werden.

Die Sex-Sause der Wüstenrot-Mitarbeiter erinnert stark an den Ergo-Skandal Anfang dieses Jahres. Eine Reise nach Budapest mit einer Orgie im traditionsreichen Gellert-Bad hatte zu einem handfesten PR-Desaster geführt, da zeitgleich eine millionenschwere Imagekampagne lief.

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