Xis Genossen Wie die neue Parteiführung Chinas Probleme angeht

Chinas Präsident Xi Jinping spricht in Peking vor Vertretern arabischer Staaten | © Getty Images

Chinas Präsident Xi Jinping spricht in Peking vor Vertretern arabischer Staaten Foto: Getty Images

Chinas Präsident Xi Jinping will sich mit einem Kader kompetenter, motivierter Technokraten für die Zukunft des Landes der „tickenden Zeitbomben” annehmen. Um diese neuen Führer und ihre Beweggründe zu verstehen, muss man die Geschichte der Kommunistischen Partei in China im Kontext des Regierungsmodells des Landes betrachten.

Die Partei entwickelte sich jahrezehntelang

Die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) hat seit ihrer Machtergreifung nach dem zweiten Weltkrieg eine Reihe von Veränderungen durchlaufen. Die heutige Partei unterscheidet sich grundlegend von der Maos im Jahr 1949 und dem sowjetischen Modell, auf dem sie basierte. Um Chinas neue Generation reformorientierter Führer wirklich zu verstehen, müssen wir die Entwicklung der Partei im Laufe der Zeit verstehen.

Dr. Peter Nolan, Commander of the Order of the British Empire (CBE), Chong Hua Professor für die Entwicklung Chinas und Direktor des Centre of Development Studies der Universität Cambridge, gab in seiner jüngsten Rede auf dem China Development Forum 2018 einen sehr aufschlussreichen Überblick. In seiner Rede ging er der Frage nach, warum die KPCh überlebt hat und gediehen ist, während das sowjetische Vorbild keine Zukunft hatte.

Die 1921 gegründete Kommunistische Partei Chinas übernahm das Wirtschaftsmodell nach sowjetischem Vorbild. Oft wird übersehen, dass die Gemeinsamkeiten tief greifende, in der Geschichte verwurzelte Unterschiede verschleiern, die die unterschiedlichen Schicksale der beiden Parteien erklären.

Vergleich mit dem sowjetischen Parteienmodell

Die Sowjetische Kommunistische Partei entstand aus dem russischen Militärreich, das im 17. Jahrhundert gegründet wurde. Dieser Staat war militaristisch, feudal, hatte wenig Verständnis für marktwirtschaftliche Prinzipien und einen Minderwertigkeitskomplex gegenüber Westeuropa. Der Sowjetstaat hat diese Merkmale geerbt, einschließlich einer grundlegenden Unfähigkeit, sich erfolgreich zu reformieren.

Die Kommunistische Partei Chinas hingegen hat ihre Wurzeln tief in der Geschichte der leistungsorientierten chinesischen Bürokratie, unter der Gelehrte die Pflicht hatten, „dem Volk selbstlos im Interesse der Massen zu dienen”. Dies ist der Kern der Philosophie der KPCh als „grundlegendes Ziel und Ergebnis der gesamten Arbeit der Partei” geblieben. Die Aufrechterhaltung des leistungsorientierten Systems hat Früchte getragen, wie das derzeitige Team an äußerst kompetenten, im Dienste der Gesellschaft stehenden und reformorientierten Führern unter Präsident Xi zeigt.

Dieses bürokratische Regierungsmodell hat in der Vergangenheit auch einen hohen Grad an Pragmatismus in dem Dualismus Staat vs. Marktwirtschaft gezeigt. Schon vor der industriellen Revolution im Westen unterstützte die chinesische Bürokratie die Marktwirtschaft, indem sie Schlüsselfunktionen übernahm, die der Markt nicht erfüllen konnte.