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Yellens Abschiedsgeschenk Das sagen Experten zu den erhöhten US-Zinsen

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Lee Ferridge, Leiter Multi-Asset-Strategie für Nordamerika bei State Street Global Markets

Wie allgemein erwartet, hat die Federal Reserve (Fed) die Zinssätze bei ihrer geldpolitischen Sitzung im Dezember um 25 Basispunkte angehoben – ihre dritte Zinserhöhung in 2017. Da die Marktteilnehmer dies bereits mit einer Wahrscheinlichkeit von 98 Prozent erwartet hatten, stellte die Entscheidung keine große Überraschung dar. Mit einer nennenswerten Reaktion des Marktes ist dementsprechend auch nicht zu rechnen.

Den Erwartungen entsprechend, ließ das FOMC auch den im Durchschnitt prognostizierten langfristigen Leitzinspfad für 2018 und 2019, den sogenannten Dotplot unverändert. Während die Fed die Inflation, unter Nichtberücksichtigung von Lebensmitteln und Energie, im Anschluss an ihre Sitzung im November noch als „weich“ bezeichnet hatte, ließen die anhaltend starken realwirtschaftlichen Daten keinen Zweifel an einer Straffung der Geldpolitik im Dezember. Die Erwartung der Fed, dass sich angesichts der extrem niedrigen Arbeitslosenzahlen bald eine Lohninflation abzeichnen sollte, bedeuten zudem, dass die US-Notenbank sehr zuversichtlich im Hinblick auf weitere Zinserhöhungen in 2018 ist. Tatsächlich konnten wir jüngst einen leichten Anstieg der Inflationserwartungen verzeichnen und unsere PriceStats1-Serie zeigt, dass die Online-Preise seit einigen Wochen an Fahrt aufnehmen.

Sophia Ferguson, Senior-Portfoliomanager für Anleihen und Währungen bei State Street Global Advisors

Angesichts der Tatsache, dass bei Terminkontrakten auf das Leitzinsniveau in den USA, sogenannten Fed Funds Futures, die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung auf fast 100 Prozent taxiert wurde, war die Entscheidung der Fed in der heutigen Sitzung des FOMC, den Zinssatz um 25 Basispunkte auf 1,25 bis 1,5 Prozent anzuheben, wenig überraschend. Da die Arbeitslosenquote auf einem absoluten Tiefstand verharrt, ist die Fed überzeugt, dass das Paradigma der Phillips-Kurve, wonach eine niedrige Arbeitslosenquote mit höheren Löhnen und dementsprechend mit einer höheren Inflationsrate einhergeht, wieder eintreten wird. Auch wenn die kurzfristigen Risiken für den konjunkturellen Ausblick als „weitgehend ausgeglichen“ gelten, wird die Fed die Inflationsdaten weiter überwachen. Trotzdem bleibt die US-Notenbank zuversichtlich, dass die niedrige Inflationsrate angesichts des starken Arbeitsmarktes und der Wachstumsprognosen mittelfristig keinen Bestand hat.

Die Wirtschaftslage hat sich im Laufe des Quartals weitgehend den Erwartungen des FOMC entsprechend entwickelt. Während der Wachstumsausblick für 2018 um 2,5 Prozent nach oben revidiert wurde, blieb die langfristige Wachstumsprognose unverändert bei 1,8 Prozent. Der Ausschuss prognostiziert weiterhin drei Zinserhöhungen für 2018. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass diese Schätzungen nach oben korrigiert werden, sobald die neuesten Details zu den Steuereinnahmen vollständig in den Wirtschaftsprognosen berücksichtigt sind. Auch wenn die Finanzpolitik das überdurchschnittliche Wachstum weiterhin unterstützt, erwarten wir dadurch keine deutlichen Änderungen des geldpolitischen Ausblicks oder des Inflationsprofils.

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