Youvestor als „tolle Ergänzung“ Fondsriese Blackrock setzt auf Kooperation mit Fintech

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Christian Machts leitet seit 2013 das Retail-Geschäft in Deutschland, Österreich und Osteuropa bei Blackrock. Zuvor hat er bei der Commerzbank als Vertriebs-Chef im Asset Management des Investmentbankings den Vertrieb aktiv verwalteter Publikumsfonds verantwortet. Machts hat seine Laufbahn bei der Hypovereinsbank begonnen. Foto: Piotr Banczerowski

Sie arbeiten mit Risikountergrenzen.

Machts: Das ist ein elementarer Teil des Service und schlussendlich nur zeitgemäß. Der Kunde wählt ein diversifiziertes Portfolio. Das lässt er nicht einfach laufen, sondern er bekommt zusätzlich ein Risikomanagementsystem. Wenn es eine Krise am Markt gibt, möchte der Kunde, dass es da feste Regeln und ein System gibt und er einfach raus aus seinen Anlagen ist, wenn es länger abwärts geht.

Feiden: Wir beobachten zwei Kundenverhalten über die vergangenen Jahre. Wer am Kapitalmarkt unterwegs ist, ist meist unzureichend diversifiziert, maximal drei, vier Fonds. Punkt zwei ist die Psychologie: Sie gehen in einen Aktienfonds rein, es gibt einen Crash, Sie gehen raus und finden den Weg nicht mehr zurück. Beiden Phänomenen begegnen wir mit dem eingebauten Risikoschutz und der breiten Diversifikation durch aktiv gemanagte Fonds.

Viele Robos klammern das Risikomanagement aus.

Feiden: Da steht mitunter ein Stresstest erst noch aus. Aber wir verlassen uns ja neben dem Risiko- auf das aktive Fondsmanagement. Da findet bereits auf Fondsebene ein aktives Eingreifen durch den Fondsmanager statt. Und in Mein Depot auch, dank der täglichen Beobachtung der Absicherungsschwellen. Ebenso findet durch die Nutzung von Mein Depot eine permanente Qualitätskontrolle der Fonds statt: Würde tatsächlich einer der enthaltenen Fonds schwächeln, wird er ausgetauscht – ohne Wenn und Aber.

Machts: Wir haben keinen Robo gesehen, der eine vergleichbare Methodik hat. Viele setzen auf passive Investmentfonds, und Risikomanagement wird vielfach vernachlässigt. Anleger fürchten Verluste mehr, als dass sie sich über Gewinne freuen. Dieser Mentalität müssen wir gerecht werden.

Warum kann Blackrock dieses Programm, etwa auf Basis Ihres Super-Computers Aladdin, nicht selber machen?

Machts: Der Algorithmus kommt von uns. Wir führen die Modelle auf Aladdin. Es ist jedoch von beiden Partnern gehöriges Know-how drin. Mit Youvestor haben wir ein tolles Front-End.

Sie wollen Mein Depot auch als White-Label-Lösung Dritten anbieten.

Machts: Die Plattform ist für Versicherer und Pools nur dann sinnvoll, wenn sie sich als hauseigenes Produkt anfühlt. Youvestor hat es ermöglicht, dass wir jedes Label auf der Plattform hinterlegen können. Sie können dem Produkt auch einen eigenen Namen geben und Mein Depot auf die eigene Gesellschaft branden. Sie müssen aus der Sicht des Endkunden denken. Der kennt uns Fondsgesellschaften selten, aber seinen Versicherer. Bei dem fühlt er sich aufgehoben. Zudem hat er eine Beziehung. Daher ist diese Kooperationsmöglichkeit essenziell.

Wie sieht der Businessplan aus?

Machts: Den teilen wir nicht mit dem breiten Markt. Aber wir beide wollen das Produkt in Deutschland richtig groß machen.

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